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Bewegte Zeiten.. Nicolas Entrup geht neue Wege

Freitag, 9. September 2011

Lesen Sie hier ein Interview mit dem langjährigen WDCS-Geschäftsführer und Kampagnenleiter Nicolas Entrup.

Off now!

Mittwoch, 3. August 2011

Auf in den Urlaub.

Ciao.

Gewalt und Delfinhaltung in Duisburg

Freitag, 29. Juli 2011

Brutalität und Perversion seitens des alten Zoogedankens der Menagerie – dem Zur-Schau-Stellen möglichst vieler unterschiedlicher Tierarten in einem Zoo – wurden in Deutschland über Jahre hinweg von einer Person gelebt: Duisburgs alter Zoo-Direktor Wolfgang Gewalt. In seinem Buch „Auf den Spuren der Wale“ berichtet er – wahrscheinlich sogar – ehrlich von seiner Passion, wildlebende Kleinwale selbst („mit eigenen Händen“) zu fangen. Er verdeutlicht im geschriebenen Wort auch seine Weltanschauung und berichtet von einem versoffenem „roten Rindvieh“ (er meint einen Indigenen) und nasenbohrenden Squaws, die ihm beim Fang von Amazonas Flussdelfinen oder Weißwalen halfen (mussten?).

17 Jacobita-Delfine, heute als Commerson Delfine bezeichnet, wurden in den Duisburger Zoo importiert, nur ein Tier überlebte mehrere Jahre. Darüber hinaus auch Weißwale und Amazonas-Flussdelfine, sowie Große Tümmler. Der überlebende Commerson Delfin – Yogi -, heimisch in argentinischen Gewässern, wurde gemeinsam mit den nur in der Arktis vorkommenden Belugas gehalten und demonstrierte gleichzeitig das komplette Versagen des Tiergarten-Ansatzes. Denn welchen Eindruck erhalten Besucher, wenn sie zwei Arten in einem Becken sehen, die niemals in gleichen Gewässern schwimmen würden. In seinem Buch beglückwünscht  sich Gewalt auch selbst zu seiner tollen Idee zum Fang der Amazonas-Flussdelfine: ein Tier zu fangen, dieses festgebunden im Wasser zu lassen, um danach die dem Tier zu Hilfe eilenden Artgenossen ebenfalls zu fangen.

Vor vielen Jahren unterbreiteten wir dem Duisburger Zoo (Wolfgang Gewalt war bereits pensioniert und arbeitete als Gutachter für die Pelzindustrie), das Angebot, für den einsamen verbliebenen Flussdelfin ein abgezäuntes Flussareal im Amazonas zu errichten, um dem geknechteten Tier zumindest den Geschmack eines Lebensabends bieten zu können. Der Vorschlag wurde mit dem Argument abgelehnt, dass der Transport zu gefährlich sei. Ja, ein solcher Transport ist gefährlich, doch erinnerten sich die Duisburger Zoo-verantwortlichen nicht mehr daran, als sie den verbliebenden Weißwal an SeaWorld verkauften und in die USA ausfliegen ließen.

Das Ende der Delfinhaltung in Hagenbeck

Donnerstag, 28. Juli 2011

Ein tragisches Ereignis brachte Anfang der 1990er Jahre die Delfinhaltung im Hamburger Tierpark Hagenbeck in die Diskussion. Das junge Männchen „Sindbad“ verendete während einer Vorführung zum Entsetzen der Besucher und auch des Personals. Die Vorführung wurde damals von einem Besucher mit Video aufgezeichnet, das daraufhin für intensiven Gesprächsstoff sorgte. Delfinarien-Kritiker Ric O’Barry bewertete die Videoaufzeichnungen als Beweis für einen Selbstmord des Tieres, da Sindbad augenscheinlich sich vehement zur Wehr gesetzt hatte, an die Oberfläche zu gelangen.

Unterschiedlichste Interpretationen folgten.

Doch dies war nicht die einzige Tragödie. Argumentierte der Tierpark in seinen Aussagen zu Sindbad, dass dieses in Gefangenschaft geboren wurde, so konnten wir nach näherer Betrachtung feststellen, dass Sindbads Mutter als trächtiges Weibchen wild gefangen und zu Hagenbeck transportiert wurde. Die Zeugung erfolgte in freier Wildbahn, die Geburt in Gefangenschaft.

Auch Hagenbeck beendete die Delfinhaltung nach intensiver Kritik in einer Nacht- und Nebelaktion und ließ die drei verbliebenen Delfine an einen unbekannten Ort abtransportieren. Nicht einmal die deutschen Behörden wussten, wohin genau die Tiere gebracht wurden. Eine vertrauliche Quelle brachte mich auf den Tipp „Spanien“. Als ich einige Jahre später die erste umfassende Recherche zur Delfinhaltung in Spanien mit Doug Cartlidge, einem ehemaligen Delfintrainer, der sich nach einigen Jahren ebenfalls gegen die Delfinhaltung stellte, durchführte, konnten wir einen der „Hagenbeck-Delfine“ aufspüren: Das Delfinweibchen war im Delfinarium Mundomar in Benidorm. Doch zum Zeitpunkt des Abtransportes aus Hamburg hatte diese Anlage noch gar nicht existiert. Die bis heute einzige wahrscheinliche Theorie des Ortes an den Delfine von Hagenbeck in dieser Nacht- und Nebelaktion verbracht wurden, war ein kleiner Safari-Park an der Mittelmeerküste Spaniens.

Diese Situation zeigte, die absolute Skrupellosigkeit der Betreiber und das Versagen der Politik auf.

Es war ein schrecklicher Anblick

Dienstag, 26. Juli 2011

Als die Delfinhaltung Anfang der 1990er Jahre in Deutschland sehr stark in die Kritik kam, waren es die Haltungsbedingungen der Delfine im Holiday Park in Hassloch, die intensiv diskutiert wurden.

Es war ein schrecklicher Anblick, die Delfine vor Ort in diesem kleinen Becken zu sehen, das über noch kleinere Absperrbecken hatte, in denen sich die Tiere kaum wenden konnten. Es ist ja bekannt, dass es in Europa – bis heute – kein Register zur Haltung der Meeressäuger gibt, sodass es recht schwierig war – und heute noch ist – Informationen über die Herkunft der Tiere zu erlangen.

Eigentlich gibt es dazu lediglich den Marine Mammal  Inventory Report in den USA, der insbesondere Tiere, die in US-Gewässern gefangen wurden und deren Verbleib listet. Es wurde mir aber sehr schnell klar, dass das Reporting nicht funktionierte und die Daten des MMIR weder vollständig noch 100% korrekt waren. Tiere wurden mit der Zeit plötzlich älter, indem Delfinarien die Angaben zum angeblichen Geburtsjahr nach hinten verlegten, Tiere wurden als lebend geführt, obwohl sie längst verendet waren (dies galt vor allem für Tiere, die aus den USA ausgeführt wurden).

Aus dem MMIR ging aber auch hervor, dass es eine der wenigen europäischen Einrichtungen war, die zwei Delfine aus Taiji, Japan, importiert hatten. Es war somit eine der Einrichtungen, die gemeinsam mit SeaWorld in den USA und der US-Navy die Kooperation mit den Fischern in Japan begannen, um Lebendtiere für viel Geld den Fischern abzukaufen, die wiederum dadurch die Fortsetzung der Delfintreibjagden finanzierten. Es folgten Protestaktionen gegen die Delfinhaltung im Holiday Park und eine Anzeige auf Grund der mangelnden Feuerschutzbestimmungen, die dazu führte, dass die Betreiber angehalten wurden, die Anlage umzubauen - das Ende der Delfinhaltung im Holiday Park in Hassloch. Die verbliebenen Delfine wurden in einer Nacht- und Nebelaktion in den Asterix Park nach Frankreich ausgeführt.

Fazit zur IWC

Montag, 18. Juli 2011

Tut mir echt leid, aber auf Grund der Turbulenzen am letzten Tag der IWC und der folgenden Abreise, kam es zu keinem weiteren Posting meinerseits an dieser Stelle. Am einfachsten ist es nun, aus unserer offiziellen Pressekommunikation die wesentlichen Punkte zu erfahren:

http://www.wdcs-de.org/news.php?select=1018

Indien bricht Denkbarrieren auf!

Mittwoch, 13. Juli 2011

In einem kurzen unerwarteten Statement im Rahmen der Diskussion über Indigenen Walfang bezog die indische Delegation eine Grundsatzposition: Indien sei der Überzeugung, dass es ein Ziel sein muss, auch im Rahmen des indigenen Walfangs systematisch Fangquoten zu reduzieren und alternative Nahrungsressourcen in Erwägung zu ziehen. Wenn auch nicht explizit artikuliert, steht das Statement im Kontext zu dem zunehmenden Wissen über Wale und die Forderung nach umfassendem Schutz und dem Recht auf Leben.

Russland und Dänemark forderten die indische Regierung auf, deren Statement zu erklären und zu widerrufen. Der Delegierte Indiens bestätigte erneut, dass es sich dabei um eine offizielle Position der indischen Regierung handelt.

Weiterführende Informationen zum Diskurs über Rechte für Wale finden Sie unter:

http://cetaceanconservation.com.au/cetaceanrights/

Trauerspiel EU, trotz Teilerfolges

Mittwoch, 13. Juli 2011

Der heutige Entscheid der Internationalen Walfangkommission (IWC) gilt als der wichtigste Entscheid während dieser Tagung. Das soll man nicht schlecht reden, im Gegenteil. In der Tat ist die Annahme des – zwar in vielen wichtigen Punkten abgeänderten – Vorschlags Großbritanniens ein Erfolg. Doch werden gleichzeitig Fragen aufgeworfen:

Wie groß ist der Erfolg, dass ab nun Mitgliedsbeiträge der IWC-Vertragsstaaten nur noch via Banktransfer von einem Regierungskonto durchgeführt werden dürfen? Normaler Status in internationalen Foren;  die Öffentlichkeit wird sich kaum vorstellen können, dass etwas anderes überhaupt je in Frage kam; für die IWC ist es ein Meilenstein, waren Zahlungen in Bar und via Scheck keine Seltenheit.

Ist dies ein Erfolg der Europäischen Union als Block bei der IWC? Großbritannien hatte den Vorschlag erarbeitet und eingebracht. Es war Monate lang Zeit, um sich zu koordinieren und abzustimmen. Die EU-Mitgliedsstaaten konnten sich bis Dienstag, 12.7., Vormittag, am zweiten Konferenztag, nicht auf eine Unterstützung einigen. Genauer gesagt:  Ein Staat – Dänemark – verweigerte die Zustimmung und bestand auf die Eliminierung der Forderung für ein Rederecht der NGOs und die EU-Kommission und -Präsidentschaft machten Druck auf eine Konsensfindung. Mit stolzer Brust brachte Polen danach das Dokument als gemeinsames EU-Dokument ins Plenum und musste mit eingezogenem Schwanz nach heftigen Diskussionen auf Grund eines Formalfehlers erneut auf eine Diskussionsunterbrechung drängen. Unvorbereitet, ineffizient und in Geiselhaft Dänemarks, das sich im Schatten der Kompetenzstreitigkeiten zwischen EU-Kommission und -Mitgliedsstaaten ins Fäustchen lacht, präsentierte sich der Block der EU. Traurig, bedenkt man die vielen positiven Initiativen, die von einigen Mitgliedsstaaten ausgehen und der ebenso klaren Positionierung der meisten Staaten – vor allem Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Österreichs, Portugals … - im Sinne des Walschutzes. Nahezu jedem Teilnehmer der IWC-Tagung dürfte klar sein, dass in dieser Art und Weise die EU zu einer Lachnummer auf dem internationalen Parkett verkommt.

Bleibt noch eine weitere Frage offen: Wann diskutiert die Internationale Walfangkommission das Thema WALFANG?

Nachtrag und TV Tipp!

Mittwoch, 13. Juli 2011

Nach dem “private Commissioners Meeting” wurde die Sitzung beendet und die Diskussion für den 3.Tag ab 9.00 Uhr anberaumt. Die Pro-Walfangstaaten versuchen eine Entscheidung über die Initiative für mehr Transparenz in der IWC solange wie möglich hinauszuzögern, da sie a.) dadurch sämtliche anderen Themen blockieren und b.) darauf setzen, dass eventuell eine Beschlussfassung am Donnerstag nicht mehr möglich sei (dieses Jahr sind relativ wenige Staaten anwesend und Donnerstag ist der letzte Konferenz- und somit Abreisetag. Es könnte die Situation eintreten, dass die für eine Beschlussfassung notwendige Anzahl an Ländern am Donnerstag nicht vorhanden ist.

Um einen Eindruck in IWC Geschehnisse zu bekommen hier ein TV Tipp:

http://www.wdcs-de.org/news.php?select=1005

IWC Tagung am Tag 2 unterbrochen

Dienstag, 12. Juli 2011

Interventionen Russlands und anderer Staaten drängten den Vorsitzenden zur Unterbrechung der Sitzung. Anlass ist der ursprünglich von UK eingebrachte Vorschlag für einige Reformmaßnahmen der IWC. Der Vorschlag wurde als überarbeitetes Dokument nun als einheitlicher Vorschlag der Europäischen Union eingebracht. Nach zahlreichen Wortmeldungen, dass CASH Zahlungen für Mitgliedsstaaten weiterhin möglich sein sollen, wies Russland auf formelle Bedenken hin. Nach Russlands Interpretation kann nur ein Vorschlag, der vor mindestens 60 Tagen eingereicht wurde zum Beschluss gebracht werden, Dies sei durch den Wechsel des Antragsstellers nun aber nicht mehr gegeben. Es ist jedem im Raum klar, dass es sich erneut um eine Verzögerungstaktik der Pro-Walfangstaaten handelt, um sämtliche Entwicklungen innerhalb der IWC zu blockieren. Derzeit tagen ausschließlich die Kommissäre der einzelnen Mitgliedsstaaten hinter verschlossenen Türen.