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Rückblick mit Ausblick - Teil 2

Tuesday, 30. June 2009

Der Antrag Dänemarks und dessen Implikationen

Eines vorweg. Es ging und geht nicht um die Frage, ob Walfangaktivitäten indigener Völker legitim oder ebenfalls abzuschaffen sind. Die IWC verständigte sich vor Jahren, dass für einige indigene Gemeinden, die von der IWC anerkannt eine Notwendigkeit zur Durchführung von Walfangaktivitäten zur Stillung ihrer Nahrungsbedürfnisse und Erhaltung ihrer kulturellen Identität haben, Walfangquoten trotz des bestehenden kommerziellen Walfangverbotes vergeben werden. Die Berechnung der Fangquoten unterliegt einem System, dass eben diese Notwendigkeit berücksichtigt und auch auf kleine, stark gefährdete Walpopulationen Fangquoten erteilt.

Über die Jahre hinweg kristallisierten sich Bereiche heraus, die einer sorgfältigen Klärung bedürfen, um eine Unterscheidung zwischen „indigenem“ und kommerziellen Walfang weiterhin gewährleisten zu können. Es handelt sich nämlich bei „Indigenen Rechten“ eben um einen Sonderstatus, einen Rechtsanspruch, der nur unter gewissen Voraussetzungen Anwendung finden darf. Und genau hier setzt die Strategie der Walfanglobby an, diese Graubereiche auszunutzen, um die Grenzen zwischen den beiden Walfangkategorien zu verwischen, sodass die kommerzielle Walfanglobby davon profitieren kann.

Ein paar Beispiele:

„Local consumption“: die Nutzung der Walprodukte, die im Rahmen des indigenen Walfangs gewonnen werden, dürfen nur lokal verwertet und genutzt werden. Was hier jedoch „lokal“ bedeutet ist nicht klar definiert, sondern Interpretationsspielräume bleiben offen. Dänemark versucht durch den Antrag der Ausweitung der Waljagd auf Buckelwale hier die Grenzen zwischen indigenem und kommerziellen Walfang aufzuheben und gibt an, dass „alle in Grönland lebenden Menschen das Recht zur Nutzung der Walprodukte haben“, dass „auch eine kommerzielle Nutzung im Land den Kriterien des indigenen Walfangs entspricht“ und zwischen indigenen Völkern und anderen nicht zu unterscheiden sei. Hmm, in der Tat sind alle Menschen gleich und die Grundwerte der  Menschenrechtsdeklaration aus den 1940er Jahren bedarf es hochzuhalten, jedoch schließt dies eben Sonderrechte für indigene Ethnien mit ein. Besteht Grönland auf eine Gleichbehandlung aller und der Kommerzialisierung des Walfangs, so muss das allgemein gültige kommerzielle Walfangverbot eingehalten werden und indigene Ethnien müssten auf die Erteilung sämtlicher Walfangquoten verzichten. Dies kann nicht im Interesse der dort lebenden Inuit sein.

Nutzung von Ressourcen: indigenen Walfang mit einer 100%igen effizienten Nutzung der angelandeten Walprodukte gleichzusetzen basiert auf romantischen Gedanken, die jedoch nichts mit der Realität zu tun haben. Auch wird eben bereits bei der Verteilung von Jagdlizenzen in Grönland die Bindung an indigenen Gemeinden für solche verwischt. Dies erkennt man insbesondere bei der Betrachtung der Jagd auf Kleinwale. Wie hier bereits oftmals angeführt, konnten wir belegen, dass bei Jagden auf z.B. Narwale nur der Zahn des Männchens und somit das wertvolle Elfenbein genutzt wurde und das Fleisch der getöteten Tiere am Eis zurückblieb. Die Kalkulation der nutzbaren Produkte vom Wal unterscheidet sich bei den Indigenen in Grönland gravierend von jener der in Alaska lebenden Inuit. Hätte Grönland Interesse zu zeigen, wie wichtig ihnen ein effizientes Ressourcenmanagement ist, so würden indigene Gemeinden und politische Institutionen zunächst mal alles daran setzen, die katastrophale Ausbeute der Nutzung von Produkten getöteter Tiere zu verbessern. Anzuführen, dass man von einem mehr als 40 Tonnen schweren Finnwal nur ca. 6 Tonnen Fleisch erhält, sind lächerlich und irreführend.

Das Argument, der Wissenschaftsausschuss der IWC habe bestätigt, dass die Bejagung von 10 Buckelwalen die Erhaltung der bejagten Buckelwale nicht gefährdet, kann auch nicht unkommentiert stehen gelassen werden. Fangquoten auf Walbestände im Rahmen des indigenen Walfangs werden alle fünf Jahre vergeben. Und dies auch nur dann, wenn der Wissenschaftsausschuss ausführliches Datenmaterial über die zu bejagenden Wale vorliegen hat. Während die Tschuktschen in Russland und Inuit in Alaska eine Fangquote einfordern, so wird in Grönland eine Fangquote errechnet, die auf einem Walfleischkonsum pro Kopf pro in Grönland lebenden Menschen errechnet wird.

Es geht also nicht nur um die Frage der Auswirkungen der Jagd, sondern ob ein Bedarf für diese Produkte besteht. Soll weltweit die Bejagung von Walen überall zugelassen werden, wo die Bejagung einer gewissen Anzahl von Walen den Bestand der betroffenen Population nicht gefährdet (der Walfanglobby läuft bei diesem Gedanken schon das Wasser im Mund zusammen, ist es ja jene Strategie, die sie verfolgen und das ganze als „nachhaltigen Walfang verkaufen wollen“). Im Fall der Buckelwale sollten sich die Staatenvertreter jedoch vor Augen führen, dass der Wissenschaftsausschuss nicht ausreichendes Datenmaterial für eine Fangquotenvergabe zur Verfügung hat. Dies 2008 genau so wenig wie 2009. Man vergab eine so genannte „Interims“-Empfehlung. Walschutzstaaten hatten vor wenigen Jahren noch intensiv gegen so eine  Verteilung von „Interims“-Quoten gewettert, dies dürfte bei vielen jedoch in Vergessenheit geraten sein.

Rolle der USA:

Als Reaktion der Öffentlichkeit auf die Stellungnahme der WDCS gegenüber der Presse wurden wir häufig mit der Frage konfrontiert, was denn das Interesse der USA sei, um sich stark für die Annahme des Antrags ins Zeug zu legen? Es gibt hierfür verschiedene Theorien und jeder mag seinen eigenen Schluss daraus ziehen.

  1. „Das gute Verhandlungsklima innerhalb der IWC bewahren“

Die kontroverse Diskussion, dank einiger am Walschutz festhaltender Staaten (darunter Deutschland, UK, Belgien, Luxemburg, Portugal, zahlreicher lateinamerikanischer Staaten) wurde der Vorwurf erhoben, die Nicht-Annahme des dänischen Antrages würde das Verhandlungsklima mit den Walfangstaaten und somit den Kompromiss gefährden. Also, wenn Staaten sich darauf einlassen, dass man nicht mehr Inhalte bewertet, sondern sich von rhetorischem Geschwafel Dänemarks und anderen Pro-Walfangstaaten beugt, dann gute Nacht. Darüber hinaus erinnere ich an Teil 1 des Rückblicks. Jedes Mal wenn ein Staat eine Thematik aufbringt, die den Pro-Walfangstaaten unangenehm ist, wurde darauf verwiesen, dass diese nicht Teil der drei Verhandlungspunkte über die „Zukunft der IWC“ sind. Der „indigene Walfang“ ist eben kein solcher Verhandlungsaspekt, warum sollte dann also das Klima innerhalb der Kommission gefährdet werden. Die Staatenvertreter müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, welchen Stellenwert Walschutz noch hat, wenn man sich der diplomatisch provokanten und inhaltlich unfähigen Argumentation Dänemarks beugen würde.

  1. „Die USA haben ein Interesse indigenen Walfang zu schützen, da die Entscheidung Grönlands Auswirkungen auf den Walfang der Inuit in Alaska haben könnte“.

Zuletzt hatten 2002 Japan und der Pro-Walfangblock verhindert, dass die Inuit in Alaska eine Walfangquote erhalten. Hintergrund war, dass Japan die USA erpresst hatte und eine Zustimmung nur dann geben würde, wenn es im Gegenzug eine Küstenwalfangquote bekäme. Interessanterweise hatten die Inuit damals nicht in einem einzigen Wort Japan dafür kritisiert. Wohl haben die USA ein Interesse daran, in dieser heiklen Frage die Walfanginteressen der Inuit zu vertreten, doch erwartet man als Bürger, dass ein Staat Anträge inhaltlich bewertet. Und inhaltlich ist Dänemarks Antrag eine Farce. Halten sich die USA an die Kriterien des indigenen Walfangs, so sollten sie hier wenig zu befürchten haben, ausgenommen man beugt sich weiterhin den Erpressungsversuchen der Pro-Walfangstaaten.

  1. Strategische und ökonomische Interessen

Die USA halten zu Grönland intensive bilaterale Beziehungen, da Grönland aus militärischen Gründen ein wichtiger Partner ist. Mit den zunehmenden Veränderungen der Umweltbedingungen des Lebensraumes in der Arktis und der bevorstehenden Erschließung der Bodenschätze gewinnt das nach Unabhängigkeit strebende Grönland an wirtschaftlicher Bedeutung. Ich halte es für den ehesten Grund, der das Verhalten der USA bei der diesjährigen IWC-Tagung erklärt. Dass die Delegation der USA sich nun ändert (Einsetzung eines neuen Kommissärs etc.) und die Delegation der diesjährigen IWC noch jene, der unter der Bush-Administration eingesetzten Delegation war, gibt aber Anlass zur Hoffnung.

Wie geht es weiter?

Eine technische Arbeitsgruppe (es ist unklar, wer da involviert ist!) soll einige Fragen zum grönländischen Antrag klären (was genau, ist ebenfalls unklar!) und danach den Staaten vorlegen. Basierend darauf, soll bei einer eigens einberufenen Konferenz eine Entscheidung über den Antrag fallen. Als erste Reaktion auf die Kritik der WDCS kann als Erfolg gewertet werden, dass sich Staaten nun überlegen, diese Konferenz mit dem zwischenzeitlichen Treffen über die „Zukunft der IWC“ zusammenzulegen. Dies wäre zumindest eine Schadensminimierung und trotzdem bleibt die Kritik aufrecht. Die Welt befindet sich in einer Wirtschaftskrise und es ist keinesfalls zu verantworten, dass man für eine interimistische Entscheidung über Dänemarks Antrag eine eigene Tagung einberuft. Aber anscheinend hat Dänemark die IWC erfolgreich in Geiselhaft genommen.

Für NGOs wird dies eine finanzielle Belastung bedeuten. Doch werden wir alles daran setzen, um nicht nur bei den Entscheidungen vor Ort zu sein, sondern vor allem unsere Aufdeckungs- und Aufklärungsarbeit über die irreführende Argumentation Dänemarks fortsetzen.

Rückblick mit Ausblick - Teil 1

Monday, 29. June 2009

Akt in 3 Teilen

Teil 1

Die 61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) ist zu Ende und bevor man noch begonnen hat sich von den Strapazen der letzten Wochen, eigentlich Monaten, zu erholen, beginnen sich die Gedanken zu drehen… Um    

a) das Geschehen und die Ergebnisse vor Ort zu reflektieren und    
b)
 die nächsten Schritte einzuleiten, um die Vision weiterzuverfolgen, Wale vollständig vor direkter Bejagung zu schützen;

Wo beginnt man? Vor diesem Rätsel stehe ich jedes Mal nach so einer Konferenz und am einfachsten ist es, beim Tagungsort anzufangen. Symbolträchtiger kann der Austragungsort der IWC-Tagung eigentlich nicht gewählt werden. Madeira.

Eine einzelne Walfangfamilie ist hier für die Tötung von mindestens 6000 Pottwalen in den vergangenen Jahrzehnten (bis 1981) verantwortlich. Der Enkel des Walfängers leitet heute das wahrscheinlich erfolgreichste Walbeobachtungsunternehmen der Insel. Eine Insel, der Wale und Delfine einen besonderen Charme verleihen, denn man kann sie mit ein bisschen Geduld und Fernglas auch vom Land aus beobachten. Die Tagungsräume der Konferenz waren oberhalb des lokalen Casinos, wodurch man den „Glücksspielcharakter“ stetig vor Augen hatte. Die Diskussion über die Zukunft des Walfangs und des Walschutzes als Pokerspiel, das auch von anderen außenpolitischen und wirtschaftspolitischen Interessen beeinflusst und getragen wird.

„Die Zukunft der IWC“

Meine Analogie „wir – die WDCS – kümmern uns um die Zukunft der Wale, während Staaten sich um die Zukunft der IWC bemühen“ wurde oftmals in Gesprächen, die ich führte, aufgegriffen und als Zynismus kritisiert, da ja die Zukunft der IWC unmittelbar mit der Zukunft der Wale zusammenfällt. Das mag schon sein, wenn man auch Walschutzinteressen entsprechend vertritt. Jedoch wage ich dies zu bezweifeln, zumindest bei vielen der so genannten – sich selbst als solche titulierenden – Walschutzstaaten. Die IWC-Mitgliedsstaaten haben sich darauf verständigt, dass man – um einen Kompromiss zwischen Walfang- und Walschutzinteressen auszuhandeln – auf konfliktreiche Verhandlungen verzichtet. Man hat sich darauf verständigt, zu drei Kernfragen eine Kompromisslösung auszuhandeln: Küstenwalfang, wissenschaftlicher Walfang, Schutzgebiete. Diese Verhandlung dreht sich also ausschließlich um Japan. Die Einführung der Kategorie des Küstenwalfangs und im Gegenzug eine freiwillige Reduzierung des wissenschaftlichen Walfangs in der Antarktis.

Und an diesem Beispiel möchte ich die Lethargie der Walschutzstaaten beschreiben, die einer völligen Aufgabe ihrer Positionen gleich kommt.

Der EU-Ministerrat hat sich Anfang März auf ein Verhandlungsmandat geeinigt, dass ein Festhalten am kommerziellen Walfangverbot und gleichzeitig das Verhandeln zur Einführung einer neuen Küstenwalfang-Kategorie unter gewissen Voraussetzungen festschreibt. Das ist ein klarer Widerspruch, denn diese Walfangkategorie ist kommerzieller Walfang. Nun gab es zu diesem Thema zwei interessante Wortmeldungen bei und im Umfeld dieser IWC Tagung:

  1. Japan merkte an, dass auch wenn ein konservatives Fangquotenmodell für Küstenwalfang geringere Fangquoten festlegt, als es derzeit in seinem wissenschaftlichen Walfangprogramm im Nordwestpazifik erhält, dann bleibe die Anzahl getöteter Wale trotzdem gleich, da man die Differenz eben durch wissenschaftlichen Walfang ausgleichen würde. Eine Ohrfeige für die Walschutzstaaten, die dies ohne Reaktion zur Kenntnis nahmen (und weiter verhandeln!).
  2. Bill Hogarth, nun scheidender Kommissär der USA und Vorsitzender der IWC, meinte in einem Interview, dass er glaube, dass eine teilweise Aufhebung des kommerziellen Walfangverbotes zu einer Reduktion der Anzahl getöteter Wale führen würde.

Dieser zweite Kommentar ist eine Ohrfeige für den EU-Ministerratsbeschluss. Der IWC-Vorsitzende und Hauptverhandler mit Japan hat dies nun klargestellt. Die WDCS hatte zu diesem Aspekt bereits Anfang März einen Bericht veröffentlicht, der klar belegte, dass auch Japans Küstenwalfang kommerzieller Walfang ist.

Die Kernkritik der Walschützer am aktuellen Verhandlungsstatus zwischen Walschutz- und Walfangseite, die kommerziellen Walfangaktivitäten Islands und Norwegens, als auch Fragen des Vetorechtes und des Vollzugs internationaler Bestimmungen zu adressieren, blieb unadressiert. Doch dürfte den Walschutzstaaten bei dieser Konferenz klar geworden sein, dass der derzeitige Verhandlungsstatus einer vollkommenen Aufgabe sämtlicher Walschutzpositionen gleich käme. Die Annahme, dass die Anzahl getöteter Wale sinken würde, sollte es eine Legalisierung des kommerziellen Walfangs auch unter Einbeziehen eines strengen Fangquotenberechnungsmodells kommen, ist aber das Märchen Nr.1, das die Gebrüder Grimm nicht besser hätten schreiben können. Jeder Staat hätte dieses Vertragsrecht und könnte davon Gebrauch machen. Korea steht in den Startlöchern, Russland wird nicht lange warten. Walfang unter anderer Flagge sind weitere Optionen, die keine politischen Kenntnisse voraussetzen, um die Konsequenzen einer solchen Entscheidung abschätzen zu können.

Die bisherige Taktik der Walschutzstaaten (ausgenommen Australiens), auf Kritik und scharfe Aktionen gegenüber Walfangstaaten zu verzichten (z.B. durch den Verzicht auf die Verabschiedung von Resolutionen bei der IWC), ging nicht auf. Es gibt keinen einzigen Punkt, bei dem die Walfangstaaten gezeigt hätten, dass sie an einem Kompromiss interessiert sind. Nein, eine Provokation folgt der anderen.

Es wird nun weiter verhandelt. Arbeitsgruppen, unterstützende Fachgruppen, zwischenzeitliche Tagungen. Die Hoffnung im Anschluss an diese Konferenz liegt nun darin, dass die sich dem Walschutz öffentlich verschriebenen Staaten auf eine neue Strategie verständigen, die sich an der Umsetzung internationaler Beschlüsse orientiert und neue Bündnisse vorsieht, um ihr Ziel zu erreichen. Islands Beitrittsverhandlungen mit der EU, die vor der Tür stehen, wären hier die erste Gelegenheit. Alles andere wäre eine Enttäuschung.

total K.O.

Friday, 26. June 2009
Update und Hintergründe folgen. Muss nur ein wenig Luft schnappen.

Buckelwale gewinnen ein paar Monate

Thursday, 25. June 2009

Wo soll ich anfangen?

Nachdem Dänemark gestern den Antrag dahingehend modifiziert hatte, dass es 10 Buckelwale für ein Jahr bekommen möchte, um danach eine Entscheidung für die Folgejahre zu diskutieren (einmal auf der Abschussliste, wird es schwierig die Art davon wieder runter zu bekommen), lehnte dies die EU in den internen Koordinationstreffen ab. Es gab Kompromissvorschläge, doch Dänemark/Grönland blieb hart. An dieser Stelle muss angeführt werden, dass trotz der frustrierenden Koordination innerhalb der EU, es auch und vor allem andere Staaten waren, die unbedingt Dänemarks Antrag durchboxen wollten. Vor allem die USA.

Nach weiteren Verhandlungen in der Früh wurde gespannt auf die Eröffnung der Diskussion durch den Vorsitzenden der IWC, Bill Hogarth aus den USA, gewartet. Er eröffnete mit dem offenen Agendapunkt „Aboriginal Subsistance Whaling“ den Tag und verlas folgenden Entschluss:

Es wird eine technische Arbeitsgruppe eingerichtet, die in den kommenden Wochen die ausstehenden Informationen sammeln und Empfehlungen aufbereiten soll. Welche Punkte das sind, wurde nicht verlautbart und daran wird wahrscheinlich noch gearbeitet. Danach soll noch in diesem Kalenderjahr eine außerordentliche IWC-Konferenz einberufen werden, um über den Antrag zu entscheiden. Dänemark machte klar, dass es den Agendapunkt nicht geschlossen haben möchte und eine Entscheidung bei der zusätzlichen Tagung erwirken möchte. Doch bis dahin ist der Antrag zum Abschuss von Buckelwalen NICHT genehmigt.

Ja, irgendwie ist es natürlich auch ein  Erfolg, dass der Antrag noch nicht angenommen wurde, aber irgendwie ist der Entschluss ein absoluter Skandal und ein Armutszeugnis für die Staatenvertretern und die IWC.

Die Welt befindet sich in einer Wirtschaftskrise.

Die IWC ist nicht in der Lage einen absolut schwachsinnigen Antrag klar abzulehnen und entscheidet eine weitere – für dieses Jahr dritte – Tagung der IWC einzuberufen. Delegierte von mehr als 80 Staaten sollen dann diesen Vorschlag neu bewerten. Zahlreiche Länder werden keine finanziellen Mittel haben, daran teilzunehmen. Eine gesamte Konferenz für Dänemarks Antrag. Unfassbar! Das Verschleudern von Steuergeldern ist in jeder Situation indiskutabel, doch man muss sich mal überlegen, was die USA und Dänemark hier verursacht haben.

Der heutige Entschluss ist ein weiterer Kniefall vor den Walfangstaaten, die eine Eskalation innerhalb der IWC herbeiführen und die davon noch von den USA gedeckt werden, die sich vor dem inakzeptablen Argument verstecken, dass man das Klima innerhalb der Kommission nicht gefährden soll. Dänemark ist für diese Eskalation verantwortlich. Die Walschutzstaaten müssen sich auf ihre Vision eines funktionierenden Moratoriums rückbesinnen und Zähne zeigen.

Mehr dazu später. Alles noch sehr hektisch hier. ich werde noch in Ruhe berichten...versuchen zumindest!

Zeit läuft ab für Buckelwale

Wednesday, 24. June 2009

Die USA setzen nun ihr politisches Gewicht ein, um den dänischen Antrag zu retten und eine Zustimmung zu erwirken. Nachdem die EU signalisiert hat, den Antrag abzulehnen, hat der Vorsitzende der IWC – Bill Hogarth von den USA – auf Ansuchen Dänemarks gestern die Abstimmung auf heute verschieben lassen. Gleich zu Beginn der heutigen Tagung wurde die Abstimmung erneut auf morgen verschoben, um – offiziell – noch mehr Zeit für konstruktive Diskussion dazu zu haben.

Realpolitisch heißt das: die USA benötigen nun mehr Zeit, um Druck auf all jene auszuüben, die den Antrag ablehnen.

Und die EU scheint umzufallen! Hinter den Kulissen wird heftig diskutiert. Nur noch wenige Staaten halten am Walschutz fest. Es ist kein Geheimnis hier, dass dazu Deutschland und UK zählen. Viele Staaten schweigen. Das Tragische: sämtliche Verhandlungsoptionen adressieren nicht die vielfach vorgebrachte Kernkritik am Antrag. Es ist ein reines Politikum.

Abgestimmt wird morgen, Donnerstag. Die Zeit wird knapp.

Protestieren Sie jetzt!

http://www.wdcs-de.org/view_e_protest.php?e_protest_select=24&&select=420

oh weh

Wednesday, 24. June 2009

Okay, man muss sich einfach vor Augen (die man kaum noch offen halten kann) halten, dass es doch ohnehin "nur noch" 3 Tage sind. Die Nacht war verdammt kurz und ich bin schon gespannt, Kollegen zu treffen, die in anderen Hotels untergebracht sind, mit denen man die Nacht hindurch Informationen via email oder skype ausgetauscht hat, um die nächsten Briefings vorzubereiten ... wer gewinnt den Kontest der größten Ringe unter den Augen?

Zumindest weiß man, dass es noch ein paar Verrückte gibt. Gebe demnächst ein Update. Die "Pro-Walfanglobby-Maschine". Dänmark wird hier einiges zu verantworten haben ... aber auch die USA!

Buckelwale müssen warten

Tuesday, 23. June 2009

Oh weh, na ja, morgen geht es weiter. Dänemark beantragte die Vertagung der Entscheidung, sodass die Staaten länger Zeit haben, um den Antrag zu studieren. Dänemark hatte ja nur ein Jahr Zeit die Informationen vorzulegen und tat dies 5 Minuten vor Abgabeschluss. Aber nein, man soll da nichts hinein interpretieren, die Dänen wurden ja nur seit einem halben Jahr von der EU und Mitgliedsstaaten aufgefordert dies zu tun.

Die Diskussion war eine Qual. Auf Grund eines mühsamen Koordinationsverfahrens innerhalb der EU positionierte sich diese noch nicht.

Hier ein Auszug aus den weiteren Kommentaren:

Argentinien stellt die Umrechnungsfaktoren in Frage. Argentinien hatte 2008 den IWC Wissenschaftsausschuss beauftragt, eine Empfehlung für Umrechnungsfaktoren zu geben, doch eine solche ist nicht erfolgt.

Mexiko greift die Kritik auf und gibt einen historischen Überblick über die unbefriedigende Situation betreffend die Berechnung der Mengen von Walfleisch und anderen Walprodukten. Der mexikanische Delegierte verweist auf die Möglichkeit, dass man viel mehr Mengen Walprodukte pro Tier nutzen kann, als derzeit der Fall ist.

Island unterstützt nachhaltigen Walfang und die Jagd auf Buckelwale wäre eine solche.

Australien unterstützt die Kommentare von Argentinien und ersucht den Wissenschaftsausschuss die Frage nach einheitlichen Umrechnungsfaktoren zu klären.

St. Lucia: verweist auf Wissenschaftsausschuss und dass es kein Problem darstellt, die Jagd freizugeben. Dann verrechnet sie sich bei allen Zahlen (auh weh).

St. Vincent & the Grenadines: „we feel the pain for the people of Greenland. Is this committee about whales or peoples?...”  (Oh weh. Es handelt sich um Reden, die ich nun schon das 10 Jahr höre. In Variation. Wenn Grönländer verhungern würden, warum nutzen sie dann die bestehende Fangquote dann seit mehr als 20 Jahren nicht aus? Warum verwesen zahlreiche angelandete Waltiere ohne, dass das Fleisch genutzt wird….?)

St. Kitts & Nevis: ein rhetorischer Meister spricht zu uns…und fordert nochmals das Bild eines Kindes einzublenden, dass nun keine Nahrung mehr erhält. (Mache ich in Hinkunft mal einen Rhetorikkurs, dann sollte es bei ihm sein, denn er schafft es, einfach alles  unglaublich emotional zu präsentieren. In den 1980er Jahren war er ein glühender Fürsprecher für den Walschutz, danach (nachdem Japan begann Fischereifabriken in

Antigua und Barbuda zu finanzieren) begann er seine Reden für den Walfang zu formulieren. Und wer aufgepasst, erkennt auch, dass er eben zuvor der Vertreter für Antigua & Barbuda war und nun für einen anderen Inselstaat. Die Gründe … ich werde nun keine Gerüchte streuen. Inhaltlich habe ich hier nichts zu kommentieren.)

Dänemark präsentiert den Antrag

Tuesday, 23. June 2009

Seit dem Jahr 2007 darf in Grönland folgende Anzahl an Walen getötet werden:

200 Zwergwale vor der Westküste Grönlands

12 Zwergwale vor der Ostküste Grönlands

19 stark gefährdete Finnwale

2 stark gefährdete Grönlandwale

Geht es nach Dänemark, so sollen ab 2010 auch 10 Buckelwale pro Jahr bejagt werden dürfen.

Grönland merkt soeben an „the difference between commercial whaling and aboriginal subsistence whaling is artificial” und versucht darzulegen, dass es nur eine Kategorie – nachhaltigen Walfang – geben sollte.

Lesen Sie hier nochmals einen Überblick:  Grönlands Walfang außer Kontrolle

(die Argumentation zu den irreführenden Umrechnungsfaktoren etc. wurde an dieser Stelle bereits mehrfach ausgeführt)…

Auch Dänemark versucht stetig, einen Präzedenzfall zu erwirken, um die interimistische Vergabe von Walfangquoten für Indigene Völker zu erzwingen.

Dänemark beantragte in 2007 erneut die Ausweitung der Jagd seiner autonomen Gebiete in Grönland auf Buckelwale und die Vertretung Grönlands behauptete bei der IWC, dass der Bedarf an Walfleisch auf 730 Tonnen jährlich gestiegen sei - mit dem Vermerk, dass sich die Population des Landes seit 1991 ebenfalls um mehr als 9% erhöht habe (detaillierte Angaben über die Entwicklung der indigenen und der nicht-indigenen Bevölkerung wurden nicht gemacht; es wurde seitens Dänemarks jedoch bestätigt, dass es sich dabei um Gesamtbevölkerungszahlen handelt und Walfleisch auch von Nicht-Indigenen und Touristen konsumiert werden darf und soll). Grönland forderte im Jahre 2007 von der IWC zusätzlich zu der bestehenden Fangquote 25 Westgrönländische Zwergwale sowie zwei Grönlandwale und 10 Buckelwale.

Der Wissenschaftsausschuss sah sich nicht in der Lage, mehr als eine Übergangsempfehlung für Zwerg- und Grönlandwalen zu erteilen, was bedeutet, dass nicht sichergestellt ist, dass die beantragte Quote über fünf Jahre nachhaltig ist. Der Wissenschaftsausschuss konnte demnach keine Empfehlung über die Nachhaltigkeit der Buckelwalquote erteilen.

Die Mehrheit der IWC-Mitgliedsstaaten stimmte 2008 erneut gegen den Antrag Dänemarks, den grönländischen Walfang um eine Quote von 10 Buckelwale pro Jahr auszuweiten. Nach intensiven Verhandlungen hinter den Kulissen erreichte der Antrag nicht die für die Annahme notwendige ¾ Mehrheit. Die Länder der EU, die auch Mitglied der IWC sind, haben bei dieser Abstimmung zum ersten Mal bei einer IWC-Tagung als Block abgestimmt und den Antrag Dänemarks abgelehnt.

Die WDCS konnte zu einer internationalen Protestwelle gegen diese Belange Dänemarks maßgeblich beitragen. 

Dennoch wird Dänemark auch in diesem Jahr fordern, die Walfangaktivitäten auf Buckelwale auszudehnen und innerhalb der EU versucht Dänemark bereits, Werbung für seinen Antrag zu machen. Dänemarks Forderungen ist vor folgendem Hintergrund auch in diesem Jahr unbedingt eine Absage zu erteilen:

à Obwohl Grönland behauptet, den Eigenbedarf an Walfleisch nicht decken zu können,   hat es bereits in den vergangenen Jahren wiederholt weniger Wale gejagt, als die aktuelle Quote vorsieht

à Durchschnittlich werden in Grönland jährlich mehr als dreitausend Kleinwale in vollkommen unregulierten Jagden getötet (seit 2003 waren dies durchschnittlich 2611 Schweinswale, 17 Schwertwale und 249 Grindwale). Auch die Jagd auf zwei weitere Kleinwalarten, Belugas und Narwale, steht in der Kritik. Durchschnittlich wurden seit 2003 jährlich 278 Belugas und 575 Narwale getötet. Wissenschaftliche Empfehlungen, die Anzahl der getöteten Tiere dieser beiden Arten drastisch zu reduzieren, werden bisher ignoriert. Die angelandete Menge an Fleisch wird von den dänischen Behörden bei dem Ansuchen nach Walfangquoten NICHT berücksichtigt.

Kommerzialisierung der Waljagd in Grönland

Obwohl die IWC der Quote Grönlands nur zustimmt, um den lokalen Subsistenzbedarf indigener Gemeinden zu decken, erfährt die Nutzung von Walprodukten in Grönland eine verstärkte kommerzielle Ausrichtung. Zwischen den Jahren 2001 und dem ersten Halbjahr 2006 kaufte NUKA A/S (eine Nahrungsweiterverarbeitungsfirma in Regierungsbesitz, die nun Arctic Green Foods heißt) 17% der von den Walfängern gelandeten Zwergwale und verkaufte das Fleisch der Zwergwale in ganz Grönland, auch in Supermärkten. Die gleichen Verteilungswege werden für das Fleisch von Kleinwalen und den Export zu in Dänemark lebenden Grönländern eingesetzt.

Kein Management!

Es gibt innerhalb der IWC keine Vorgaben an Staaten, wie indigener Walfang zu regulieren ist, sowie keine klaren Definitionen der Kriterien einer solchen Regulation. Somit wird dies von kommerziell ausgerichteten Unternehmen ausgenutzt und führt zu einem Anstieg der Anzahl getöteter Wale.

Buckelwal_Countdown_JETZT

Tuesday, 23. June 2009

14.41 (15.41 Mitteleuropa) der Agendapunkte ABORIGINAL SUBSISTENCE WHALING ist eröffnet.

Die Diskussion beginnt mit dem Bericht der Arbeitsgruppe. Ich werde staccato Notizen in meinen Blog stellen. Es kann sein, dass der Antrag Dänemarks heute abgestimmt oder aber vertagt wird. Die Uhr tickt für Buckelwale im Nordatlantik.

Jetzt wird es schmutzig

Tuesday, 23. June 2009

War es zwar zu erwarten, dass Dänemark den Antrag zur Ausweitung der Waljagd einbringen wird, so ist das Verhalten Dänemarks hier absolut indiskutabel und die Tatsache, dass die EU noch immer keine klare Position zu Dänemarks Antrag bezogen hat, nähert sich einem Skandal.

Im Überblick:

Dänemark hatte nun ein Jahr Zeit, das verlangte so genannte neue „NEED“ Statement vorzulegen, um Ländern zu erläutern, warum die Ausweitung der Waljagd gerechtfertigt ist. Dänemark hat dies nicht getan und auch dem zuständigen Gremium – dem Ausschuss zu Fragen Indigener Walfangaktivitäten (Aboriginal Subsistence Whaling Sub-Committee) – keine solche Informationen vorgelegt. Der Antrag wird heute diskutiert, sodass Dänemark den Antrag – der eine ¾ Mehrheit zur Zustimmung benötigt – gestern, Montag, gegen 16.30 zirkulierte. Der Begründungstext befand sich jedoch erst etwa 5 Minuten vor dem letztmöglichen Abgabetermin in den Fächern der Delegierten.

Der Text ist eine Farce und geht einen Schritt weiter als man eigentlich von einem Staat erwarten kann. Warum?

Bislang argumentierte Grönland dass man aus einem Zwergwal 2 Tonnen und aus einem Finnwal 10 Tonnen WalFLEISCH gewinnt. Von diesen Umrechnungsfaktoren und der vorgegebenen Menge an benötigtem Walfleisch stellte Dänemark das Ansuchen für eine Walfangquote. Der diesjährige Wissenschaftsausschuss akzeptiert diese Faktoren NICHT. Das einzige von einem unabhängigen Wissenschaftler und Walexperten vorgelegte Dokument kommt zu dem Schluss, dass man weit mehr Fleisch pro Tier als auch zusätzlich Fett (blubber) und andere Produkte gewinnen kann. Dadurch würde sich die benötigte Anzahl an zu tötenden Tieren nach unten orientieren.

Dänemarks/Grönlands neues Dokument sieht in der Argumentation nun erstmals vor, dass man pro Zwergwal 1,4 Tonnen und pro Finnwal 6,1 Tonnen Walfleisch gewinnt und die Differenz zu den 2 und 10 Tonnen Fett und andere Produkte sind. Dies widerspricht der gesamten Argumentation Grönlands seit Jahrzehnten. Bei seinem letzten detaillierten NEED Statement von 1991 führte Grönland ausführlich an, dass sich die Tonnenberechnungen ausschließlich auf FLEISCH beziehen.

Taktik und Manipulation:

Dänemarks Antrag sieht nun eine Reduktion der zu fangenden Zwergwale um 22 Tiere und ein Hinzufügen von 10 Buckelwalen vor. Sodass in Hinkunft 178 Zwergwale an der Westküste und 12 an der Ostlüste, 19 Finnwale, 2 Grönlandwale und 10 Buckelwale getötet werden sollten. Laut alten Berechnungszahlen sind dies um 36 Tonnen mehr Fleisch (denn Buckelwale wurden mit 8 Tonnen pro Tier seitens Grönlands ursprünglich berechnet) und Dänemark möchte den Eindruck erwecken, dass man die Anzahl zu tötender Tiere senkt, um somit den Walschutzstaaten entgegen zu kommen. Und das ist FALSCH!

Die Fakten:

An der Westküste Grönlands wurden in der letzten Walfangsaison 146 Zwergwale angelandet. Zusätzlich 11 Finnwale und ein Zwergwal an der Ostküste. Dies ist weit weniger als erlaubt und somit Beweis, dass der Bedarf nach mehr Walfleisch nicht gegeben ist (Grönland erreichte seit Jahrzehnten NIE die genehmigte Fangquote zu nehmen).

Dänemark gibt an, dass in Grönland 730 Tonnen Walfleisch (!!) benötigt werden. Würde man die neuen Umrechnungsfaktoren Dänemarks (die NICHT anerkannt sind!) nutzen, müssten Hunderte Wale zusätzlich getötet werden! Und gibt man Grönlands Antrag nach, wird Dänemark dieser Argumentation in Hinkunft auch folgen.

Dänemarks und Grönlands Verhalten ist eine Farce und nun wurde eine Grenze überschritten, die es uns erlaubt, von bewusster Täuschung und Manipulation zu sprechen.

Und das Fazit? Die EU hat bis zur jetzigen Sekunde KEINE klare Position zu dem Antrag bezogen. Während England auf eine Absage dieses Antrages drängt und dabei auch von Deutschland und Österreich unterstützt wird, so hat sich hinter den Kulissen nun auch noch Italien und zu Slowenien unterstützend auf die Seite Schwedens, Finnlands und Dänemarks gesellt. Die EU MUSS eine klare Position beziehen und es kann sein, dass die Befürworter Dänemarks eine Absage an den Antrag innerhalb der EU provozieren und eine Enthaltung herbeiführen, wodurch sich auch zahlreiche andere Staate enthalten würden und der Antrag die notwendige Zustimmung erhalten wird.

Dies wäre ein absoluter politischer Skandal, den die EU zu verantworten hat.

Wir werden nicht nur vor Ort alles daran setzen, um die EU und andere Staaten zu einer Absage des Antrages bewegen, sondern auch sämtliche Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten mit der Thematik befassen, sollte die EU die Annahme des Antrages ermöglichen und nicht jedes einzelnes Land transparent seine Position veröffentlichen (denn die EU verhandelt hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit seine interne Position). Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu wissen, wie die gewählten Vertreter abstimmen.

Der Antrag ist heute auf der Tagesordnung.