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Nicaragua ist stimmberechtigt

Thursday, 8. May 2008

Vor wenigen Jahren war dies noch eine Hiobsbotschaft, da Nicaragua jahrelang die Walfangpolitik Japans im Rahmen der Internationalen Walfangkommission unterstützt hat. Nach langjährigen Bemühungen ist es gelungen, diese Positionierung zu ändern und Nicaragua davon zu überzeugen, dass die Zukunft der "Nutzung von Walen" in der Beobachtung und nicht in der Tötung der Meeressäuger liegt. Nicaragua hat nun ausstehende Schulden innerhalb der IWC beglichen und ist somit bei der Tagung in Chile stimmberechtigt. Ein weiteres Indiz für einen starken am schutz orientierten lateinamerikanischen Block.

Norwegen beginnt Waljagd

Friday, 2. May 2008

Unsere aktuelle Pressemitteilung zum Beginn der Walfangsaison Norwegens finden Sie unter:

http://www.wdcs-de.org/news.php?select=280

Für alle jene, die ihre Meinung über die Zukunft der Fischerei kundtun wollen, können bei folgender Plattform der Fischereiindustrie an einer Umfrage teilnehmen. Diese inkludiert auch eine Fragestellung zur Thematik Walfang und Robbenschlachten:

www.seafoodintelligence.com 

Allianzen bilden_eine Chance für Cetacea im Mittelmeer?

Thursday, 1. May 2008

Es ist das beste Schutzabkommen für Wale und Delfine weltweit: ACCOBAMS. Die Habitatsrichtlinien der Europäische Union sieht den umfassenden Schutz von Walen und Delfinen in europäischen Gewässern vor. Zahlreiche Abkommen und Gesetzesbestimmungen sehen ein Verbot der zerstörerischen Treibnetze vor. Und und und ... und trotzdem ist der Trend für viele Wal- und Delfinpopulationen im Mittelmeer ein Negativer. Warum? Weil Papier einfach nicht ident mit der Praxis ist.

Was hilft die beste wissenschaftliche Forschung, wenn die Ergebnisse zwar eindrucksvoll, erschütternd und klar sind, wenn Entscheidungsträger nicht agieren, wenn Industrien ihre Aktivitäten fortsetzen als seien Regierungsbeschlüsse nicht existent. Der Verweis auf "wir brauchen noch mehr Forschung, noch bessere Daten..." dient rein als Alibi für weitere Inaktivität und lenkt von der Beantwortung der Kernfrage ab „ was muss getan werden, um Wale und Delfine besser zu schützen, vorausgesetzt, dass dies ein Ziel der Gesellschaft ist“. Und die Beantwortung hierzu ist auf zwei Ebenen sehr einfach:

a.)   das menschliche Verhalten ändern und dies betrifft einfach zahlreiche Lebensbereiche. Die Einwohner von Küstengemeinden, Fischer, Schiffsindustrie, Militärs genauso, wie Touristen und Konsumenten. Alle.

b.)   auf konkreter wissenschaftlicher und politischer Ebene liegen zahlreiche Lösungsansätze vor, jedoch all diese führen uns zu Punkt a.) zurück.

Um Ihnen jedoch den Irrsinn dieser Entwicklung aufzuzeigen, hier ein Beispiel. Ist der Hauptverursacher des Rückgangs von Delfinpopulationen im Mittelmeer die Auswirkungen der industriellen Fischerei, so kann das Problem lokal/regional auch ein verhältnismäßig Kleines sein. Der dramatische Rückgang der Gemeinen Delfinen im Ionischen Meer (von 150 Tiere auf weniger als 15 innerhalb eines Jahrzehnts) ist auf Überfischung der lokalen Gewässer zurückzuführen. Dafür verantwortlich sind 9 - ich wiederhole NEUN – Ringwadennetzfischer verantwortlich. Neun. Ein Verbot dieser Fischerei würde nicht der den Delfinen in der Region vielleicht doch noch eine Chance bieten, sonder auch den kleinen Küstenfischern selbst, die selektivere Methoden anwenden, jedoch selbst kaum noch Fangerträge haben.

Eine Allianz als Antwort

Jene Organisationen und Experten, die im Mittelmeer wissenschaftlich fundiert als auch politisch aktiv arbeiten, haben sich nun zu einer Allianz – Cetacean Alliance – zusammengeschlossen, um ihre Kräfte zu bündeln und Walen und Delfinen zu helfen. Dies ist eine Reaktion auf das Versagen von Regierungen und die Ignoranz der Industrien. Ziel ist regionale und überregionale Anstrengungen zu koordinieren und mittels einer Internetplattform www.cetaceanalliance.org auch engagierten Personen, Organisationen aber auch Entscheidungsträgern und der Wirtschaft eine Plattform zu bieten, die fundierte Informationen liefert.

Zeit bleibt uns wenig, denn für einige Wal- und Delfinarten zeigt der Trend eindeutig nach unten!

Licht durch "Licht ins Dunkel"

Wednesday, 30. April 2008

"Licht ins Dunkel" ist eine tolle Initiative in Österreich, die charikative Initiativen unterstützt und trägt, die behinderten und/oder kranken Menschen, vor allem Kindern, helfen. Umso verwunderlicher war es, dass diese Initiative auch Mittel für die mehr als nur umstrittene "Delfintherapie" zur Verfügung stellte. Nun haben sich der Vorstand und die Geschäftsleitung offiziell positioniert und werden in Hinkunft die Delfintherapie nicht mehr unterstützen. Wir begrüßen diesen Schritt, der letztendlich nicht nur Delfinen hilft, sondern auch mehr Mittel frei macht, die sinnvolleren und erfolgsversprechenderen Projekten zu Guten kommen. Ein Lichtblick.

Kreativität pur... Orca Jazz Fusion

Wednesday, 23. April 2008

Im sehr gut besuchten Birdland, das vor einigen Jahren in Wien von der Jazzgröße Joe Zawinul gegründet wurde, fand gestern Abend die CD-Präsentation ORCA JAZZ FUSION statt. Wie auch die Projektidee selbst, entwickelte sich auch der Abend höchst unkonventionell. Die drei renommierten Jazzmusiker Puschnig, Scherer und Tacuma begaben sich auf eine musikalische Reise, die seinesgleichen sucht. Frage-Antwort, Improvisation zu und über Schwertwalgesängen auf unterschiedlichste Weise und in unterschiedlichen Stilfolgen ... ohne Frage ein spannender und kreativer musikalischer Ausflug, der von dem bassisten Tacuma mit den Worten "It is exciting to be part of this Orca Project" beendet wurde. Hat riesen Spaß gemacht. Den Reaktionen nach, bin ich mir sicher, dass dieses Projekt noch für einiges Aufsehen sorgen wird. In diesem Zusammenhang gebührt den Musikern, aber vor allem auch dem Vater dieser Projektidee Josef Glanz ein Dankeschön. Die Reise dieses Projektes kann beginnen.

Und meine "Reise" geht nun nach München und Berlin...

Salomonische Inseln: Delfinhandel

Monday, 21. April 2008

Seit 2003 wurden die Salomonischen Inseln mit einem Schlag zu einer der Hauptdestinationen des Delfinfangs für die Aquarienindustrie. Ein kanadischer Geschäftsmann und seine Geld versprechenden Geschäftsoptionen führten zu dem Fang von mindestens 100 lebenden Großen Tümmlern. Ein erster Export folgte nahezu umgehend von 33 Delfinen nach Mexiko. Mit dem raschen Tod zahlreicher importierter Delfine verboten die mexikanischen Behörden weitere Einfuhren.

Wurden die Exporte vorübergehend eingestellt, eröffnete die Ausfuhr von 28 Delfinen in die vereinigten Arabischen Emirate im Herbst 2007 eine neue Exportoffensive des Inselstaates. Geplant sind weitere Ausfuhren nach Singapur und in andere Destinationen. Die Regierung der Salomonischen Inseln sind 2007 auch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) beigreten. Umso mehr verwundert es, dass die nationalen Behörden fröhlich weitere Exportgenehmigungen erteilen, ist doch die Voraussettzung einer solchen Genehmigung der Nachweis, dass die Entnahmen dem Überleben der betroffenen Population nicht abträglich sind. Und genau hier wird eines klar: der Export dieser Delfine erfüllt nicht die Bestimmungen und Anforderungen von CITES.

Die WDCS hat dazu mehrere fachliche Dokumente vorgelegt. Israel versuchte nun im Rahmen des CITES-Tierausschusses den Delfinhandel ausgehend von dem Inselstaat einer Prüfung zu unterziehen. Dieser Vorschlag wurde jedoch nicht angenommen, aber auch nicht abgelehnt. Es erfolgt - wie die Politik nur allzu oft, sich klaren Entscheidungen entzieht - ein regionaler Workshop, der die Situation der Delfine in den Gewässern erhebt. Danach soll entschieden werden. Ein Erfolg? Nein. Ein positiver Schritt? Ja. Aber zu langsam und das ist leider eine Konstante, die sich durch die internationale Politik zieht.

Was für ein Wochenbeginn

Monday, 21. April 2008

Der Wochenbeginn kann kaum schöner ausfallen. Die Tagung des Wissenschaftsausschusses von ACCOBAMS (17 bis 19.4) in Rom verlief überaus erfolgreich und konstruktiv. Wir konnten in nahezu allen Bereichen Fortschritte erzielen. Es ist schon erstaunlich wir stark "am Schutz von Meeressäugern" orientiert dieses Forum ist. Gleichzeitig muss man aber auch Festhalten, dass die Frustration über die Inaktivität der Regierungen und Industrien steigt. Wie in so vielen Bereichen liegen die Lösungsvorschläge, wie man - in diesem Fall - die Situation für Wale und Delfine verbessern kann, auf dem Tisch. Die Umsetzung durch die Verantwortlichen lässt - in den meisten Fällen - auf sich warten.

Am Wiener Flughafen angekommen lacht mich ein 4seitiger Artikel über den Start des 3D Wal- und Delfinfilms in österreichischen Kinos an, der auf die Wal- und Delfinschutzaktivitäten der WDCS hinweist.

Gleichzeitig informieren mich Dr. Paul Spong und Helena Symonds, dass unser Aktionsaufruf zur Bergung des Tankerwracks in British Columbia innerhalb weniger Tage zum Erfolg führte und die lokalen Behörden die Bergung zugesagt haben. Diese Woche geht es nun nach München und dann Berlin. Zuvor findet jedoch morgen noch die CD präsentation Orca Fusion im Wiener Birdland statt, das von dem kürzlich verstorbenen Jazzstar Joe Zawinul gegründet wurde. Am Tag darauf treffe ich noch einen guten, alten Freund, der seit Jahren im Amazones lebt und sich vor Ort gegen die Rodung des Regenwaldes einsetzt. Unser Thema: Flussdelfine.

Thursday, 17. April 2008

Wal- und Delfinschutz im Mittelmeer und Schwarzen Meer 

Heute beginnt in Rom die fünfte Tagung des Wissenschaftsausschusses von ACCOBAMS. Die WDCS ist mit zwei Personen vor Ort vertreten: Erich Hoyt und Nicolas Entrup. Es ist positiv zu werten, dass dieses Treffen relativ rasch nach der 3. Vertragsstaatenkonferenz (Nov. 2007) stattfindet, um das wissenschaftliche Arbeitsprogramm des Abkommens voran zu bringen.

Die Schwerpunkte der kommenden 3 Tage aus Sicht der WDCS:

Erhaltungspläne unterschiedlicher Arten, darunter: Gemeiner Delfin, Großer Tümmler, Schwertwal, Pottwal, Finnwal, Cuvier-Schnabelwal, alle drei im Schwarzen Meer vorkommenden (Kleinwalarten). 

Intensivierung der Arbeitsprozesse zur Einrichtung von zahlreichen Meeresschutzgebieten in der Region. 

Vorantreiben der Einrichtung eines Netzwerkes zur Rettung lebend gestrandeter Wale und Delfine (WDCS Arbeitsdokument). 

Vorantreiben der Entwicklung von Richtlinien zur Regulierung von Unterwasserlärm.

Darüber hinaus legt die WDCS ein Dokument vor, dass einen Überblick über Delfinarien in der Abkommensregion gibt und darlegt, dass diese weiterhin massiv Druck auf die Fortsetzung von Delfinfangaktionen auf Grund der Nachfrage ausüben. 

Ein weiteres WDCS Arbeitsdokument beschäftigt sich mit der Intensivierung der Forschung zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das marine Ökosystem. 

FINS

„FINS“ ist ein aktueller Newsletter mit Beiträgen von Experten zur Situation von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Koordiniert wird dieser vom Vorsitzenden des Wissenschaftsausschusses von ACCOBAMS. Die Beiträge reflektieren jedoch ausschließlich die Meinungen der Verfasser der Artikel wieder.

Ich kann jedem, der/die sich im Detail für aktuelle Diskussionen, Informationen und Entwicklungen des Wal- und Delfinschutzes in dieser Region interessiert, die Lektüre dieses Newsletters nur dringend empfehlen.

 http://www.accobams.org/2006.php/newsletter/all

Ihr Nicolas Entrup

Rumänien tritt der IWC bei

Friday, 11. April 2008
Mit Rumänien ist ein weiterer EU-Mitgliedsstaat der Internationalen Walfangkommission (IWC) beigetreten. Dies ist ein positives Signal und stärkt die Walschutzinteressen innerhalb dieses Gremiums.

Bonn

Tuesday, 8. April 2008

Gespräche mit Vertretern des Bundesministeriums für Umwelt und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stehen an. Der Themenbogen spannt sich von der Lärmverschmutzung der Meere, Walfang- und Walschutzpolitik zu Fragen der bevorstehenden Konferenzen. Danach geht es nach München und kommenden Mittwoch dann zum Wissenschaftsausschuss von ACCOBAMS (Abkommen zum Schutz von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer) nach Rom. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich zu berichten, dass wir auf Grund der großzügigen Spenden einiger Unterstützer ein neues Projekt im Schwarzen Meer beginnen konnten. Dieses widmet sich der Reduktion des Beifangs von Kleinwalen in ukrainischen Gewässern.

Beste Grüße aus Bonn

Nicolas Entrup