
Der Tsunami in Nordjapan vor zwei Jahren hat die weltweit grösste Jagd auf kleine Zahnwale praktisch beendet. Im südjapanischen Taiji hingegen ist die Zahl der getöteten Delphine wieder leicht gestiegen. Es besteht ein direkter Zusammenhang.
Vor genau zwei Jahren ist in Japan durch eine Dreifach-Katastrophe eine neue Ära angebrochen. Das Erdbeben, der Tsunami und die Fukushima-Strahlung haben das Land der aufgehenden Sonne am 11. März 2011 nachhaltig verändert. Selbst für die Delphinjagd hat dieses Ereignis einschneidende Bedeutung. Nicht nur, weil der Tsunami mehr als 1000 Kilometer vom Epizentrum entfernt in zerrissenen Hafengehegen des südjapanischen Fischerdorfs Taiji noch ein Dutzend gefangener Delphine tötete.
Besonders verheerend wütete der Tsunami in der nordjapanischen Präfektur Iwate. Einer der am schlimmsten betroffenen Orte an der Ostküste war Otsuchi. Die Flutwelle hat die Fischereistadt mit verheerender Wucht richtiggehend weggefegt, wie ich bei einem von der WDC unterstützten Besuch vor Ort mit eigenen Augen feststellen musste. Otsuchi war bis zum 11. März 2011 das logistische Zentrum der Schweinswaljagd gewesen.
Schweinswale sind kleine Zahnwale, kaum länger als zwei Meter, die von ungeübten Beobachtern auf Distanz oft mit Delphinen verwechselt werden. In Japan bezeichnet man sie auch als «Iruka», «Delphin». Noch in der letzten Saison vor dem Unglück wurden in Otsuchi rund 5000 erlegte Schweinswale angelandet. Wenige Jahre zuvor waren es sogar noch mehr als zehntausend gewesen. Während Jahrzehnten wurden an keinem anderen Ort der Welt jede Saison so viele Wale getötet wie hier.
Der Tsunami hat die Schweinswaljagd nun jäh beendet. In der Jagdsaison 2011-12 wur¬den gerade noch 175 Tiere eingebracht, im weiter nördlich gelegenen, wenig beschä¬digten Hafen von Kuji. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Schweinswaljagd dem Niveau von vor dem Unglück je wieder auch nur annähern wird. Bei allem Mitgefühl für die schwerstbetroffene lokale Bevölkerung ist dies aus Sicht des Wal- und Delfinschutzes ein Lichtblick.
Schon vor der Katastrophe habe sich die Schweinswaljagd in einem eigentlichen Niedergang befunden. Dies erklärte Ken Sasaki am 1. November 2012 anlässlich des Eröffnungsdatums der aktuellen Jagdsaison gegenüber der WDC. Der ehemalige Vorsitzende der mittlerweile bankrotten Fischereikooperative von Otsuchi nennt als Hauptgründe die sinkende Nachfrage für Wal- und Delfinfleisch und die Abwanderung. «Kaum jemand will diesen harten, blutigen Job noch machen.»
Die mangelnde Nachfrage nach «Iruka» hat einerseits mit dem Generationenwechsel in Ja-pan zu tun. Junge Leute finden keinen Geschmack mehr an Delphin- und Walfleisch. Hinzu kommt das wachsende Bewusstsein, dass insbesondere «Iruka» stark mit Schadstoffen wie Methyl-Quecksilber und PCB belastet und daher für den Verzehr ungeeignet ist. Tests im Auftrag von der WDC und befreundeten Organisationen belegen dies seit Jahren. Hinzu kommt jetzt noch die Radioaktivität.
Somit landet kaum mehr «Iruka» in Nordjapans Supermärkten. Bislang belieferten die Jäger von Iwate auch Läden in der westlich von Tokio gelegenen Präfektur Shizuoka, weil da traditionell noch eine gewisse Nachfrage nach Delphin- und Walfleisch besteht. Die Versorgungslücke aus dem Norden füllt nun vermehrt Taiji mit Delphinfleisch aus aktuellen Fängen. Darin ist ein Hauptgrund zu vermuten, warum in der soeben beendeten aktuellen Delphinjagd-Saison in Taiji wieder mehr Delphine getötet wurden (s. Kasten).
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Taiji, Südjapan
Ernüchternde Bilanz der Delphinjagd
Kurz vor dem 1. März ist die aktuelle Delphinjagd-Saison in Taiji nach sechs Monaten beendet worden. Seit der Film «Die Bucht» («The Cove»), der die Delphinmassaker in der Bucht von Taiji eindringlich dokumentiert, vor drei Jahren einen Oscar gewann, ist das Fischerdorf an der Südküste der japanischen Hauptinsel Honshu weltweit bekannt geworden. Heute ist Taiji der einzige Ort in Japan, wo noch Delphine getötet oder zum Verkauf an Delphinarien lebend gefangen werden.
In der zu Ende gegangenen Jagdsaison wurden in Taiji ungefähr 900 Delphine getötet (gegenüber ca. 750 Tieren 2011/12). Geradezu explodiert ist die Zahl gefangener Delphine für den Lebendverkauf an Delphinarien auf rund 250 (gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12), aber auch der freigelassenen Delphine (rund 340 gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12). Bemerkenswert ist, dass bei den Rundkopfdelphinen die zugelassene Fangquote (270) um sieben Tiere überschritten wurde.*
* Quellen dieser Angaben sind Bestandaufnahmen von der WDC und befreundeter Organisationen vor Ort, sowie Einschätzungen von www.ceta-base.com/drivefisheries.html

Die Zahl lässt sich nur schätzen. Aber es waren viele Grindwale, die am Dienstagmorgen, 30. Oktober in die Bucht von Taiji getrieben wurden. Die Schätzungen belaufen sich auf 100-120 Tiere. Die Jäger liessen die Grindwale erst mal für eine Nacht in der Bucht und begannen am darauf folgenden Morgen mit dem Töten. 14 geschlachtete Wale zählten Aktivisten. Herzzerreissend war der Tod eines Babys, das sich in Netzen verfangen hatte und ertrank, während die Mutter ihr Kind verzweifelt umschwamm, ohne es retten zu können.

Die Überlebenden blieben eine weitere Nacht in der Bucht gefangen. Der nächste Morgen bedeutete nochmals den Tod von sieben Grindwalen unter der Hand der Delfinjäger. Die verbliebenen Tiere waren völlig verstört, erschöpft und ausgehungert, als die Jäger sich daran machten, sie freizulassen. Es war fast unmöglich, sie herauszutreiben, sodass die Jäger schliesslich einigen Grindwalen Seilschlingen anlegten, um sie mithilfe ihrer Boote ins offene Meer zu ziehen. Solcher Widerstand überlebender Grindwale in der Bucht war schon öfter zu beobachten und ist mit der ruhelosen Suche der verbliebenen, extrem sozialen Tiere nach ihren getöteten Familienmitgliedern zu erklären.
Ein letztes Opfer trieb heute leblos vor der Bucht und wurde von den Einheimischen rasch abgedeckt und abtransportiert. Offensichtlich ein Grindwal, der den Stress und Kummer nicht überlebt hat. Es würde mich nicht wundern, wenn es die Mutter des ertrunkenen Babys wäre... Der Fang von Grindwalen stimmt mich immer besonders traurig, weil diese Tiere so sanft, den Menschen gegenüber freundlich und unter Artgenossen extrem sozial sind. Sie helfen sich gegenseitig aus und versuchen sich buchstäblich bis in den Tod gegenseitig zu retten.
Immerhin kehrten die Jagdboote heute einmal mehr ohne Beute zurück. Und immerhin ist jetzt schon ein Drittel der Jagdsaison vorbei, mit bisher relativ geringer Tötungs-Summe. Nach den ersten beiden Jagdmonaten sind rund 400 Delfine - dazu gehören auch die Grindwale - in die Bucht getrieben worden. Davon wurden ca. 160 getötet, ca. 210 freigelassen und 28 kamen zum Lebendhandel in Gefangenschaft. Auffällig ist die hohe Zahl an freigelassenen Tieren. Dies kann (hoffentlich) mit der immer geringeren Nachfrage nach Delfinfleisch zu tun haben, aber auch damit, dass die Jäger die Quote der diese Saison bisher besonders häufig gefangenen Grindwale nicht zu schnell ausschöpfen wollen.
Hans Peter Roth

Die Delfinjäger haben es schwer diesen Monat. Das macht es dafür uns umso leichter, zumindest gefühlsmässig. Die Erleichterung, die wir erleben, wenn die Jagdboote erst gar nicht auslaufen, wenn sie draussen keine Beute finden, oder die Delfine ihnen entkommen, ist nicht zu beschreiben.

Zwei Stunden verschwanden die Boote am Horizont und tauchten dann in aufgereihter Formation wieder auf. Eine klassische Treibjagd. Doch immer wieder kam Chaos in die Ordnung. Schwarzer Rauch aus den Boots-Schornsteinen, auch aus der Ferne gut zu sehen, zeigt immer an, dass die das buchstäbliche Treiben der Delfinjäger nicht rund läuft. Die hässlichen Russwolken entstehen, wenn die Boote unvermittelt mit Vollgas vorwärts oder rückwärts preschen. Die Jagd kam nicht voran. Dauerndes Hin und Her und den Jägern lief die Zeit davon. Die Delfin-Jagd wurde zur Delfin-Suche und schliesslich zum Delfin-Sieg!
Ganz anderes gestern, als den Jägern geschätzte 30 Streifendelfine zum Opfer fielen. Das sind für mich stets die schlimmsten Treibjagden, wenn man einen Unterschied machen will. Denn die Streifendelfine geraten in der engen Todesbucht in Panik wie keine andere Spezies. Weil sie im offenen Meer leben kennen sie nicht die Enge im Uferbereich, wie gewisse andere Delfinarten. Das versetzt sie dermassen in Panik, dass sie wie blind auf die Felsen springen und sich fürchterlich aufscheuern, bevor sie einen schrecklichen, langsamen Tod unter der Hand der Jäger erleiden.
Eines der aufbauendsten Erlebnisse aber hatten wir vorgestern. Da war eine Delfinschule, vermutlich Rundkopfdelfine, schon sehr nahe vor die Küste getrieben. Nur noch einige hundert Meter fehlten. Ich hatte die Hoffnung praktisch schon aufgegeben. Da geschah das Wunder. Die Delfine entkamen! Plötzlich waren sie einfach verschwunden. Noch nie habe ich persönlich beobachtet, dass die Delfinjäger nach langer Jagd eine Schule Delfine so weit drinnen aufgeben mussten.
Schon bald ist ein Drittel der Jagdsaison vorüber. Für die kommenden Tage ist eher wieder schlechteres Wetter angesagt und damit schlechtere oder unmögliche Bedingungen für die Delfinjagd. "Schlechtes Wetter" ist eben relativ. Hier ist Regen Segen, der Wind ein himmlisches Kind.
Hans Peter Roth

Taiji, 04.11.2011
Vier schöne Tage gab es keine Delfinjagd. Das war ein guter Start in den November. Doch gestern, am 3. November, war es wieder vorbei mit der Ruhe. Die Jäger haben 13 Rundkopfdelfine in die Bucht getrieben und getötet. Heute wiederum haben sie glücklicherweise vergebens gesucht und sind unverrichteter Dinge in den Hafen zurückgekehrt.
Nun habe ich es übrigens auch geschafft. Ich bin am virtuellen Pranger der Freunde der Delfinjagd von Taiji. Ok, damit kann ich leben. Aber: die Betreiber dieser Website sind ein bisschen allzu gut informiert. Sie verfügen über Informationen, die eigentlich nur die Behörden kennen sollten; zum Beispiel über meine Ankunft in Taiji. Das stimmt doch nachdenklich, wer denn hier jetzt wie gut mit wem zusammenarbeitet...
Hier ist der Link: http://blog.livedoor.jp/pngtaiji/archives/4728225.html. Die Einträge über mich auf der Website geben in Links verschiedene Beiträge von mir oder über mich an, so auch den Beitrag vom Zweiten Deutschen Fernsehen zum Thema Delfinjagd, der in ZDF-Umwelt vom 9.Oktober ausgestrahlt wurde. Einverstanden: aus Sicht der Delfinjäger und ihrer einflussreichen wie auch finanzstarken Unterstützer bin ich ein "Verdächtiger".
Tatsache ist, dass ich nie einer Gesetzesübertretung überführt wurde, dass ich stets freundlich, anständig und zurückhaltend war, dass ich die japanische Kultur respektiere (soweit nicht Tierquälerei und das Töten von andernorts geschützten Tieren als "Kultur" bezeichnet wird). Tatsache ist ebenso, dass ich vor drei Jahren, im Oktober 2008, bei der Bucht von Taiji auf öffentlichem Boden von Delfinjägern tätlich angegriffen wurde, ohne dass die Polizei damals eingegriffen hätte oder auch nur anwesend war.
Der Übergriff wurde von einem TV-Kameramann gefilmt, ist also gut dokumentiert und im Rahmen verschiedener Beiträge auf ARD, ZDF und im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt worden. Zu sehen sind Ausschnitte davon auch im Film "The Cove" ("Die Bucht"). Ich habe bislang stets davon abgesehen, deswegen bei den japanischen Behörden vorstellig zu werden. Angesichts der Ehre, nun am Pranger der Hüter der Delfinjagd in Taiji zu sein, muss ich mir dies allerdings noch einmal gründlich überlegen.
Euer, Hans Peter Roth

Foto: Hans Peter Roth

Taiji, Japan, 31.10.2011
Den zweiten Tag in Folge hat keine Delfinjagd stattgefunden. Zwar fuhren die Jagdboote wie jeden Morgen wenn es die Witterung zulässt in den frühen Morgenstunden hinaus, sie wurden heute jedoch nicht fündig und kehrten gegen 09:00 Uhr wieder in den Hafen zurück.
Gottseidank. Ein guter Start in eine Woche und - das wär es dann gewesen für den Oktober 2011.
Insgesamt sieben erfolgreiche, d.h. tödliche Treibjagden haben die Delfinjäger von Taiji durchgeführt. Rund 95 Tiere mussten dabei in der Todesbucht ihr Leben lassen, darunter Streifendelfine, falsche Killerwale und Rundkopfdelfine. Zusammengerechnet mit dem September 2011 sind in Taiji in dieser neuen Jagdsaison bisher ca. 110 Delfine getötet worden.
Auch wenn natürlich jeder getötete Delfin eine Katastrophe und einer zu viel ist, sind diese Zahlen bisher doch relativ bescheiden. Das kann sich leider bereits mit einer einzigen erfolgreichen Großjagd ändern, trotzdem ist in den letzten Jahren eindeutig ein Trend zu kleineren Jagdzahlen auszumachen. Damit sollten eigentlich die zuständigen Behörden die Quoten sofort massiv senken (selbstverständlich sollten die Quoten grundsätzlich auf Null gesetzt werden, eine drastische Senkung wäre aber zumindest ein Anfang).
Noch während die Jagdboote draußen waren, sind auch wir wieder hinausgefahren, um die Jagd auf dem Wasser zu beobachten. Die Küstenwache will nicht, dass wir uns den Jagdbooten auf mehr als (unsinnige) zwei Seemeilen annähern, vor allem nicht, wenn sie jagen. In Wirklichkeit ist dies aber schwer umsetztbar und in vielen Fällen kommen wesentlich näher heran, besonders, wenn sie nicht jagen.
So gibt es heute einige "hautnahe" Begegnungen mit Jagdbooten, auf eine Distanz von weniger als 100 Metern, verfolgt unter den Argusaugen des Küstenwach-Bootes. Auch das Schlauchboot der "schnellen Eingreiftruppe" sucht uns bei einem neuerlichen Foto-Besuch in der Bucht wieder auf. Sie lassen uns in Ruhe, scheinen aber gleichzeitig heute besonders misstrauisch zu sein. Dazu suchen sie eine ganze Weile auch die Bucht ab, bevor sie schließlich unverrichteter Dinge zurückfahren.
Gute Tage für die Delfine sind immer schöne Tage.
Euer Hans Peter Roth



Bildautor: Hans Peter Roth

Taiji,Japan, 30.10.2011
Die vergangene Woche war für die Delfine die bisher schlimmste dieser Jagdsaison. An vier verschiedenen Tagen trieben die Jäger erfolgreich Rundkopfdelfine in die Todesbucht und töteten die meisten davon. So fielen den Delfinjägern auch gestern wiederum etwa zehn der empfindsamen Meeressäuger zum Opfer. In der ganzen Woche waren es etwa 40 Tiere.
Heute aber war zum Glück ein guter Tag für die Delfine. Regen, Wellen, Wind und Sonntag. Mehr als genug, um die Jagdboote im Hafen zu behalten. Ein weiterer Tag, um mit allem anderen, was so an Arbeit anfällt, aufzuholen. Und Zeit für Recherchen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Freunden, die auch hier sind.
Zu den Recherchen gehört, dass es jemandem (aus diversen, sicher für alle nachvollziehbaren, Gründen, nenne ich keine Namen) gelungen ist, zu beobachten und fotografieren, wie Reste von geschlachteten Delfinen, das heißt Eingeweide, Knochen und Köpfe, in große Behälter abgefüllt und auf einen Kleinlaster verladen wurden.
Ebenfalls ist es gelungen, diesem Kleinlaster vom Schlachthaus in Taiji aus zu folgen. Das Fahrzeug fuhr nach Katsuura, zum dortigen bekannten Fischmarkt, wo täglich viele Tonnen Thunfisch und andere Fischarten umgesetzt werden. Hier stehen jeden Morgen viele Großbehälter, in welche die Fischer alle Fischabfälle werfen.
Hierher also kommen auch die Quecksilber-belasteten traurigen Reste der geschlachteten Delfine. Bis zu diesem Punkt ist alles klar. Der Rest ist in erster Linie Spekulation. Ich gehe davon aus, dass die Delfinreste den Fischresten von Katsuura beigemischt und dann maschinell zu einem Brei püriert werden.
Was könnte mit diesem Brei geschehen? Ich sehe drei Verwertungs-Möglichkeiten:
1) Verarbeitung zu Düngemittel 2) Verarbeitung zu Tierfutter 3) Verarbeitung zu Futter für die wachsende Zahl von Fischzuchten in der Präfektur Wakayama.
Dies soll also unser nächster Schritt der Aufklärungsarbeit sein.
Euer Hans-Peter Roth

Zu den Bildern:
Abfälle von geschlachteten Delfinen im Schlachthaus von Taiji wandern in Großbehälter, werden ins benachbarte Katsuura transportiert und auf dem dortigen Fischmarkt mit Fischresten vermischt. Was mit diesem Quecksilber-kontaminierten Mix dann geschieht, ist unbekannt.
Bildautor: Anonym

Was hat das Connyland mit der Delfinjagd in Japan zu tun? Mehr als uns und dem Delphinarium im Schweizerischen Lipperswil lieb sein kann. Da ist zum einen die Tatsache, dass die Delfinarien-Industrie leider nach wie vor sehr lukrativ ist. Deshalb krallt sich Taiji als weltweit grösster Umschlgsplatz für lebende Delfine auch so in der Treibjagd fest. Und da ist noch eine weitere Gemeinsamkeit: Die Sache mit dem Lärm...
Gestern gelang es den Jägern trotz beträchtlichem Wind und Wellen erneut, mit ihren Lärmstangen eine Schule von etwa zehn Rundkopfdelfinen in die Bucht von Taiji zu treiben. Darunter eine Mutter mit einem noch sehr kleinen Jungen. Das Muttertier wehrte sich nach Kräften gegen die Fangversuche der Jäger, schaffte es sogar, ein Netz zu überqueren. Nicht aber das Junge. Es verfing sich im Absperrnetz und ertrank fast.

Die Jäger holten es raus und fingen mit einer Seilschlinge schliesslich auch die Mutter ein. Dann begann das Töten. Als erstes verliess ein Boot mit einer blauen Abdeckplane die Todesbucht. Als der Wind die Plane etwas anhob, war deutlich das Baby zu erkennen. Lebend. Daneben ein weiterer Delfin, wohl ebenfalls lebend. War es das Muttertier? Oder ein Halbwüchsiges? Es war schwer zu erkennen.
Das Boot brachte die beiden Delfine vielleicht eine Seemeile in Richtung offenes Wasser. Was dann genau geschah, liess sich für uns nicht ausreichend beobachten. Aber wir gehen davon aus, dass die Tiere freigelassen wurden. War es nebst dem Baby die Mutter? Falls es bloss ein Halbwüchsiges war, haben die beiden keine Chance, und der schnelle Tod wäre vielleicht das weniger schlimme Schicksal gewesen.

Falls ja, dann haben Mutter und Baby tatsächlich eine Überlebenschance und werden sich einem anderen Delfinverband anschliessen können. Und unsere Anwesenheit hat einmal mehr einen Unterschied gemacht. Wir können nur hoffen und das Geschehen weiter beobachten.
Bizarr war einmal mehr die Geräusch-Kulisse, als wir vom Takababe-Hügel das Geschehen verfolgten, soweit dies ob all den Abdeckplanen über der Todesbucht möglich war. Vom nebenan gelegenen Walmuseum wummerten die Disco-Bässe der nächsten Delfinshow herüber, und vom Meer stanzten sich die trockenen Metallschläge der Lärmstangen, auf welche die Delfinjäger hämmerten, ins die Ohren.
So wird das empfindliche Gehör der Delfine zu ihrem Verhängnis. Die Delfinjäger erzeugen mit ihrem massiven Hämmerlärm eine richtige Schallmauer, vor welcher die verschreckten Delfine, die jetzt auch nicht mehr akustisch kommunizieren können, zu fliehen versuchen. So können sie aufs Land getrieben werden. Dieser Umstand macht auch gleich klar, dass für die sensiblen Meeressäuger eine Dauerbeschallung mit Bass-Gewummer, etc. wohl kaum angenehm ist.
Genau dies macht das Delphinarium im thurgauischen Lipperswil in der Schweiz jedoch morgen Samstag. Im Connyland, rund 50 Meter vom Winterquartier der Delfine entfernt, soll eine Techno-Party stattfinden. Aus Sicht von OceanCare ist die Lärmbelästigung für die Wildtiere, die in ihren Becken zudem keine Ausweichmöglichkeit haben, schlicht eine Qual.
OceanCare hat deshalb schriftlich beim Connyland und den zuständigen Behörden eine Stellungnahme eingereicht und die Betreiber des Connylands aufgefordert, von derartigen Events zum Wohle der Tiere abzusehen. Wer den Protest von OceanCare unterstützen will, kann eine Mitteilung senden an folgende Emailadresse des Freizeitsparks: info@connyland.ch Mehr Infos und ein Vorlagetext ist hier zu finden.
Und zu guter Letzt ein Happy End: Heute war ein strahlender Tag. Wind und Wellen aber liessen keine Delfinjagd zu. Alle Boote blieben im Hafen. Und uns blieb endlich etwas Zeit zum "Rehabilitieren" und so Verschiedenes auf den aktuellen Stand zu bringen.
Euer Hans-Peter

Taiji, Japan, 28.10.2011
Gestern gelang es den Jägern trotz beträchtlichem Wind und Wellen erneut, mit ihren Lärmstangen eine Schule von etwa zehn Rundkopfdelfinen in die Bucht von Taiji zu treiben. Darunter eine Mutter mit einem noch sehr kleinen Jungen. Das Muttertier wehrte sich nach Kräften gegen die Fangversuche der Jäger, schaffte es sogar, ein Netz zu überqueren. Nicht aber das Junge. Es verfing sich im Absperrnetz und ertrank fast.
Die Jäger holten es raus und fingen mit einer Seilschlinge schließlich auch die Mutter ein. Dann begann das Töten. Als erstes verließ ein Boot mit einer blauen Abdeckplane die Todesbucht. Als der Wind die Plane etwas anhob, war deutlich das Baby zu erkennen. Lebend. Daneben ein weiterer Delfin, wohl ebenfalls lebend. War es das Muttertier? Oder ein Halbwüchsiges? Es war schwer zu erkennen.
Das Boot brachte die beiden Delfine eine Seemeile in Richtung offenes Wasser. Was dann genau geschah, ließ sich für uns leider nur schwer beobachten. Aber wir gehen davon aus, dass die Tiere freigelassen wurden. War es neben dem Baby die Mutter? Falls es nur ein anderer, junger Delfin war, haben die beiden nur eine kleine Chance.
Falls ja, dann haben Mutter und Baby tatsächlich eine Überlebenschance und werden sich einem anderen Delfinverband anschließen können. Und unsere Anwesenheit hat einmal mehr einen Unterschied gemacht. Wir können nur hoffen und das Geschehen weiter beobachten.
Bizarr war einmal mehr die Geräusch-Kulisse, als wir vom Takababe-Hügel das Geschehen verfolgten, soweit dies ob all den Abdeckplanen über der Todesbucht möglich war. Vom nebenan gelegenen Walmuseum wummerten die Disco-Bässe der nächsten Delfinshow herüber, und vom Meer erklangen die trockenen Metallschläge der Lärmstangen, auf welche die Delfinjäger hämmerten.
So wird ihr hochentwickeltes Gehör den Delfinen zu Verhängnis. Die Delfinjäger erzeugen mit ihrem massiven Lärm eine richtige Schallmauer, vor welcher die verschreckten Delfine, die jetzt auch nicht mehr akustisch kommunizieren können, zu fliehen versuchen. So werden sie in die Bucht getrieben.
Und zu guter Letzt ein Happy End: Heute war ein strahlender, windiger Tag. Wind und Wellen ließen keine Delfinjagd zu. Alle Boote blieben im Hafen.
Euer Hans Peter Roth



Bildautor: Hans Peter Roth

Taiji, Japan, 26.10.2011
Das Wetter ist strahlend. Gleißend steigt eine sehr helle Sonne aus dem Pazifik. Wir wissen: die Jagdboote sind wieder draußen. Also fahren wir mit unserem Boot ebenfalls hinaus. Doch dann überraschen uns eine recht hohe Dünung und kräftiger Wind, der die Wellen mit Schaumkronen adelt. Die schönste Überraschung aber folgt erst noch.
Die Delfinjäger kehren schon vor 8 Uhr unverrichteter Dinge in den Hafen von Taiji zurück. Die Bedingungen sind zu rau für die Treibjagd. Masako, unsere Helferin, fragt offiziell bei der Küstenwache nach, ob wir uns nach Taiji begeben und dort auch landen dürfen. Zu unserem Erstaunen erhalten wir keine abschlägige Antwort.
Bald sind wir drüben in Taiji, machen einen kurzen Landungsstopp bei der Pier unweit des Walmuseums und fahren dann vorsichtig weiter vor den Hafen von Taiji und von dort weiter in die berüchtigte Bucht. Meine kanadische Kollegin und Delfinexpertin Leah Lemieux, die schon in Taiji wartet, sieht verblüfft, wie unser Boot vor der Bucht auftaucht, wo normalerweise die Jagdboote aufkreuzen, um das Schicksal erschöpfter Delfine mit Netzen zu besiegeln. Nicht heute.
Völlig unbehelligt, aber unter den wachsamen Augen einer Sicherheitseinheit der Küstenwache auf einem Schlauchboot fahren wir ganz langsam ein; bis zum inneren Netz. Das Wasser ist kaum noch zwei Meter tief. Das Manövrieren ist heikel aber machbar. Ady und Masako steuern die Kleinyacht mit wachsender Übung.
Am Strand der Bucht macht sich mittlerweile Russ, ein philippinischer Freund von Leah, daran, einen japanischen Butoh-Tanz aufzuführen. Thema: Fluke. Ein stummer, friedlicher, aber eindringlicher Protest gegen die Delfinjagd. Kultur, die diesen Namen auch verdient. Selbst die sechs anwesenden Polizisten und mindestens ebenso viele Männer der Küstenwache schauen beeindruckt zu.
Russ hat in seiner philippinischen Heimat, auf der Insel Cebu, von der Delfinjagd in Japan und der Bucht erfahren. Es hat ihm keine Ruhe gelassen, nachdem er sich seit Jahren mit der Delfinbeobachtung und dem Delfinschutz vor den eigenen Gestaden befasst. Deshalb ist er hierher gereist.
Für die Sicherheitskräfte müssen die Aktivisten eine Wundertüte sein. Mal tauchen sie im Mietauto auf, mal im Bus, zu Fuß, im Taxi, per Zug - oder sogar per Boot. Das führt immer wieder zu bizarren, manchmal amüsanten Momenten. Dazu gehört auch, als Russ in voller Tanzmontur und weiß bemalt aus der öffentlichen Toilette schreitet und zwei gestandene, aber ahnungslose Männer der Küstenwache unbeabsichtigt zu Tode erschreckt.
Natürlich geht es nicht ohne die üblichen Befragungen, etc. Aber eines ist sicher: Heute war ein guter Tag für die Delfine.
Hans Peter Roth

Aktivisten in der Bucht

Die Küstenwache beobachtet uns ständig.

Die Bucht

Taiji, Japan, 25.10.2011
Gestern war ein guter Tag für die Delfine. Bei günstigem Wetter, machten die Delfinjäger noch vor 6 Uhr ihre Leinen los für eine weitere Treibjagd. Mit unserem kleinen Boot hefteten wir uns an ihre fersen, die Jäger fuhren jedoch sehr weit hinaus und verschwanden aus unserem Sichtfeld sogar unter dem Horizont (ja - für alle die noch zweifeln mögen - die Erde ist rund!)
Dann die erlösende Sichtung und die entsprechende Meldungen von unseren Beobachtern an Land. Die Jagdboote kehrten eines nach dem anderen in einem langen Konvoi unverrichteter Dinge zurück, bis alle zwölf wieder im Hafen vertäut waren.
Das geschah gestern, heute aber war leider wieder ein schlechter Tag für die Delfine. Ähnliches Wetter, ähnlicher Ablauf wie gestern. Aber heute wurden die Jäger fündig. Und zu unserem Schrecken noch doppelt dazu. Eine Gruppe jagte schließlich mit sieben Booten, die andere mit fünf.
Mit unserem Boot lagen wir zwischen den beiden Jagdgruppen, stets argwöhnisch beobachtet von einem furchteinflößenden Kahn der japanischen Küstenwache, heute aber aus größerer Distanz. Auch wir hielten Distanz zu den Delfinjägern, allerdings etwas weniger als gestern.
Der eine Jagdverband arbeitete sich langsam aber sicher in Richtung der Bucht von Taiji vor. Der kleinere mit fünf Booten aber kam nicht vom Fleck. Schwarzer Ruß aus den Schornsteinen der Jagdboote verriet eine nicht enden wollende Treibjagd, während wir etwas weiter draußen auf dem Meer, rund 7 Kilometer von der Küste entfernt, auf Beobachtungsposition fuhren.
Dann plötzlich - Delfine, die an uns vorbeischossen! Sie waren nur ganz kurz zu sehen und befanden sich offensichtlich in wilder Flucht zum offenen Meer hin. Mit dem nächsten Blick zu den Jagdbooten kam die große Erleichterung. Sie gaben auf und kehrten unverrichteter Dinge in den Hafen zurück.
Dem anderen Verband aber war es derweil gelungen, erneut eine kleine Schule von Delfinen in die Todesbucht von Taiji zu treiben. Wieder mussten neun Meeressäuger ihr Leben lassen. Wenn man eine Treibjagd beobachtet mit diesen schnellen Booten, wird einem klar, wie ermüdend diese Hetze für die Delfine sein muss.
Je länger die Jagd dauert, desto erschöpfter sind die Tiere. Vor allem Jungtiere werden den Delfinschulen zum Verhängnis, weil sie weniger schnell sind und öfter auftauchen müssen. Eine Delfingruppe würde niemals junge oder langsamere Tiere im Stich lassen und die Flucht ergreifen. Sie bleiben zusammen - bis zum Ende.
Heute ließen die Delfinjäger zum Schluss dann zwei Jungtiere wieder frei, indem sie sie aufs offene Meer transportierten. Ob sie, ihrer gesamten Familie beraubt, schutzlos und unerfahren eine Chance haben, ist fraglich. Aber vielleicht schaffen sie es. Vielleicht finden sie eine andere Delfinschule und können sich dieser anschließen.
Die Hoffnung bleibt. Und die Freilassung zeigt, dass die Jäger einmal mehr auf die vielen Anrufe an japanische Botschaften und diverse Behörden reagiert haben. Unsere Anwesenheit und Berichterstattung macht so ganz konkret immer wieder einen entscheidenden Unterschied. Unsere Anwesenheit rettet Delfinleben, vielen Dank für Ihre Unterstützung dabei!
Hans Peter Roth


Taiji, Japan, 23. 10. 2011
Zum ersten Mal nach einem sehr angenehmen Unterbruch von 13 Tagen hat wieder eine Delfinjagd stattgefunden. Nach zwei fast vollen guten Wochen für die Delfine zögern die Jäger am Sontag nicht, die halbwegs günstigen Bedingungen für eine Delfintreibjagd zu nutzen.
Zum ersten Mal auch beobachten wir die Treibjagd auf offener See! In einem vom bekannten Tierschützer Ady Gil zur Verfügung gestellten und gesteuerten Boot begeben wir uns aufs Meer - und begegnen den Delfinjägern in voller Aktion. Deren Boote, zwölf an der Zahl, aufgereiht.
Unsere Herzen sinken. Lange mussten sie wegen der schweren See suchen und sind spät dran. Doch die Formation der Boote und der schwarze Ruß, der bei schnellen Wendemanövern aus den Schornsteinen qualmt, raubt uns jede Illusion. Jetzt treiben die Jäger eine Schule Delfine vor sich her.
Wir haben ein zusätzliches Problem. Ein großes Schnellboot der Küstenwache verfolgt jede unserer Bewegungen und lässt uns nicht näher als zwei Seemeilen (!) an die Delfinjäger heran. Dennoch sehen wir genug um zu wissen, dass die Delfine näher und näher zur Küste und der berüchtigten Bucht bei Taiji getrieben werden.
Bald gibt es kein Entkommen mehr. Auf See können wir nichts mehr unternehmen und kehren zurück in die Marina, um von dort mit dem Auto zur besagten Bucht in Taiji zu fahren. Ungefähr ein Dutzend Rundkopfdelfine werden heute Opfer der Treibjagd.
Mit den bekannten metallenen Lärmstangen, die sie ins Wasser halten und darauf hämmern, treiben die Jäger die verängstigten Delfine in die Bucht und töten sie kurz darauf. Darunter auch ein Muttertier mit ihrem noch sehr kleinen Jungen.
Auch wenn die Delfinjagd nach japanischem Fischereigesetz erlaubt ist, solange die jagdbaren Arten und deren Quoten eingehalten werden, wundern wir uns, ob das Töten von Delfinbabys und ihren Müttern nach diesem Gesetz auch erlaubt ist. Und falls ja, wundern wir uns, dass es eine Gesetzgebung gibt, die so etwas zulässt.
Hans Peter Roth

Ein Schiff der japanischen Küstenwache blockiert unser Boot, damit wir uns nicht den Delfinjägern annähern können. (© Hans Peter Roth)

Beobachtungen zwischen Hoffen und Bangen, aber mit der Zuversicht, dass die Delfinjagd in Japan enden wird.
Wieder ist Journalist Hans Peter Roth ab sofort für einen Monat unterwegs in Japan, um die Delfinjagd zu beobachten und darüber für die WDCS zu berichten. Ort der Mission ist einmal mehr Taiji, ein kleines Fischerdorf an der Südspitze der Japanischen Hauptinsel Honshu. Während die Delfin-Treibjagd früher in mehreren Küstenorten gang und gäbe war, ist Taiji mittlerweile der letzte Ort in Japan, wo noch Delfine mit Fischerbooten an Land und in eine kleine Bucht getrieben werden.
In dieser Bucht suchen die Jäger gemeinsam mit Delfintrainern und -Händlern die schönsten Tiere aus zum Verkauf an Delfinarien. Dieses lukrative Geschäft, das für die lebend gefangenen Delfine stets in der Gefangenschaft enger Betonbecken endet, ist der eigentliche Motor der Treibjagd. Ohne diesen Handel mit den sensiblen, intelligenten Tieren wäre die Delfinjagd auch in Taiji heute wohl bereits Geschichte. Wir arbeiten daran, dass die Vision eines Japans ohne Delfinjagd Wirklichkeit wird. Und es besteht Grund zur Hoffnung und Zuversicht, dass die Delfinjagd enden wird. Selbst die Delfinjäger in Taiji wissen heute schon, dass Ihre überholte, brutale Tradition bald nur noch in den Geschichtsbüchern ihren Platz hat.
Wann es soweit sein wird, ist heute noch nicht genau vorhersehbar und es gibt noch viel zu tun. Deshalb wird WDCS weiterhin vor Ort in Taiji vertreten sein und zeigen, dass die Weltöffentlichkeit nach wie vor ein Auge auf das buchstäbliche Treiben wirft. Jede neue Jagdsaison - bis es zu Ende ist. Dies geschieht im Respekt vor der japanischen Kultur und in voller Wertschätzung für die Menschen in Japan. Und diese haben ein Recht, zu erfahren, was in ihrem eigenen Land geschieht. Sie haben ein Recht zu erfahren, dass Delfinfleisch hochgradig mit Quecksilber und anderen Schadstoffen belastet ist und sich daher nicht für den Verzehr eignet.
Denn all jene Delfine, die nicht in den Lebendhandel kommen, werden von den Jägern in der Bucht von Taiji getötet und zu Fleisch verarbeitet. Fleisch, das der ahnungslosen Bevölkerung ohne jede Warnung vor den Schadstoffen in Läden zum Verkauf angeboten wird.
Hans Peter Roth, Journalist und Autor von "Die Bucht", dem Buch zum Film "Die Bucht", der 2010 den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann, wird für WDCS ab sofort für einen Monat in regelmäßigen Blogs über das Geschehen vor Ort in Taiji berichten. Im Zeichen der Hoffnung und Zuversicht für die Wale und Delfine.

