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14. Juli 2011

Malta erhöht auf 2:3 gegen die Delfine in der EU

Das Delfinarium Mediterraneo Marine Park hält zurzeit sieben Große Tümmler. Als die WDCS in den 90er Jahren den Handel mit Großen Tümmlern aus dem Schwarzen Meer aufdeckte, wurden vier Delfine aus dem Schwarzen Meer in Malta gehalten. Heute leben diese vier Delfine nicht mehr.

Der WDCS lag damals ein Dokument vor, aus dem hervor ging, dass das Delfinarium zu einem Aufzuchtprogramm für Große Tümmler in Europäischen Zoos gehöre. „Die Einrichtung war das einzige aufgelistete Delfinarium innerhalb dieses so genannten ‚Aufzuchtprogramms‘, welches Delfine aus dem Schwarzen Meer besaß. Interessanterweise waren alle vier genannten Tiere männlich“ – erinnert sich Nicolas Entrup, internationaler Kampagnenleiter der WDCS und Co-Autor des Berichts „The Dolphin Traders“, den er gemeinsam mit Doug Cartlidge 1998 veröffentlichte.
„Das heißt, entweder das „Aufzuchtsprogramm“ war nur ein Vorwand – wie wir glauben – oder es war geplant Delfine verschiedener Regionen miteinander zu kreuzen. Obwohl man auf der einen Seite über diesen Vorfall nur den Kopf schütteln kann, zeigt er auf der anderen Seite deutlich wie dilettantisch die Delfinarienindustrie teilweise handelt und dass die Haltung von Delfinen niemals ihrer Bewahrung dient.“

2003, nachdem nur noch ein Delfin lebte, importierte der Mediterraneo Marine Park sechs wild gefangene Große Tümmler aus Kuba und nahm das Schwimmen mit Delfinen für seine Besucher im Programm auf.

Obwohl es keine öffentlich zugängliche Bestandsliste über die in Gefangenschaft gehaltenen Delfine der EU Mitgliedsstaaten gibt, verzeichnet die inoffizielle Bestandsliste der NGO Gemeinschaft Ceta-Base sieben Große Tümmler auf Malta, einschließlich zweier 2010 geborener Kälber. Das heißt, dass zumindest einer der sechs auf Kuba importierten Delfine bereits verstorben ist.

Die Gefangenschaftshaltung von Delfinen fällt auf Malta in den Einflussbereich der EU-Richtlinie über die Haltung von Wildtieren in Zoos.

Malta ist Mitglied des regionalen Schutzabkommens für Wale und Delfine im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS), welches den Fang von Walen und Delfinen aus den Gewässern der Region klar untersagt.
Wenn Malta diese Regelung und die Schutzbestimmungen innerhalb der EU-Gewässer ernst nehmen würde, dann müssten diese Bestimmungen auch auf wild gefangene Tiere aus anderen Bereichen der Welt angewandt werden.

Eine Koalition von NGOs auf Malta, unterstützt von internationalen Schutzorganisationen wie der WDCS, haben die Gruppe CETFREE – Cetacean Freedom Alliance (Malta) - gegründet um gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen auf Malta zu kämpfen.

>> Weitere Informationen zur Kampagne "Für eine EU ohne Delfinarien"

 
 
 

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