Delfinarien |
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Delfinarien in Zahlen
Weltweit gibt es weit über 150 Delfinarien – die meisten in den USA (37 Delfinarien mit fast 500 Tieren), Japan (36 Delfinarien) und Mexiko (22 Delfinarien). Allein in Europa sind es derzeit über 50 Einrichtungen, vor allem in Spanien und der Türkei. In Deutschland halten noch drei Zoos Delfine in Gefangenschaft: Duisburg, Nürnberg und Münster. Der Heidepark Soltau beendete im Herbst 2008 seine Delfinhaltung aus Tierschutzgründen.
Delfine leiden in Delfinarien- Freie Delfine sind ausdauernde und schnelle Schwimmer: Sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 60 km/h und legen an einem Tag Strecken bis zu 100 km zurück. In Freiheit können die Tiere bis zu mehrere hundert Meter tief tauchen. In engen Betonbecken können Delfine ihren natürlichen Bewegungsdrang nicht ausleben: Sie leiden.
- Freie Delfine sind soziale Tiere und leben im Familienverband. Sie unterscheiden sogar zwischen Freunden und Bekannten. In Delfinarien werden die Gruppen willkürlich zusammengesetzt, unverträgliche Tiere können einander nicht ausweichen.
- Freie Delfine orientieren sich mit Hilfe ihres Echolots (Sonars). Die Betonwände der Delfinarien-Becken reflektieren die Klicklaute des Echolots. Die Folge: Die Tiere verlieren ihren Orientierungssinn, sie „verstummen“.
- Die Wasserqualität in Delfinarien setzt den Tieren zu: Chlor, andere Aufbereitungsverfahren und mangelhafter Wasseraustausch verursachen häufig Hauterkrankungen.
- Viele Delfinarien bieten „Schwimmen mit Delfinen“ oder Delfintherapien an. Von der fraglichen Wirksamkeit von Delfintherapien abgesehen, bedeutet der enge Kontakt zu den Menschen enormen zusätzlichen Stress zu all den anderen Belastungen, die Delfine in Gefangenschaft erleiden müssen.
Nachschub aus der Natur
Auch heute noch werden jedes Jahr viele Waltiere gefangen und ihrem Lebensraum entrissen. Ihre Endstation: Betonbecken. Allein in Japan werden jährlich 75-100 Tiere gefangen, weitere Delfine werden auf den Salomonen, in Russland oder in Kuba eingefangen. Viele Tiere sterben bereits während des stressigen Fangs oder an den Folgen des Transports. Doch das Geschäft boomt: Bis zu 150.000 US$ und mehr zahlen Delfinarien für einen bereits trainierten Delfin.
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Delfinen in Gefangenschaft ist niedriger als in Freiheit. Weil die Nachzucht bei Delfinen in Gefangenschaft schwierig ist, wird ständig aus der Natur „aufgefüllt“. Ein Teufelskreis.
Wie schlecht Delfine in Gefangenschaft zurechtkommen, kann man im Nürnberger Zoo beobachten: Dort starben in den vergangenen 27 Jahren 35 Delfine, nur wenige von ihnen erreichten ihre natürliche Lebenserwartung. Dennoch baut der Nürnberger Zoo seine Delfinarienhaltung derzeit aus.
Was können Sie tun?
1. Besuchen Sie keine Delfinarien!
2. Fordern Sie ein EU-Importverbot für Delfine! (Petitionsliste Deutschland / Schweiz)
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Speisefisch |
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Überfischung der Meere
Delfine sind doppelt durch die rücksichtslose Industriefischerei bedroht:- Beifang: Bis zu 300.000 Delfine und andere Kleinwale verfangen sich weltweit jedes Jahr in den Fischernetzen und sterben einen grausamen Erstickungstod. Vom Schwertfisch über Steinbutt, Scholle bis hin zu Makrele und Sardine – beim Fang dieser beliebten Speisefische sterben Delfine besonders häufig als Beifang.
- Hungersnot: Die kommerzielle Fischerei entzieht oftmals den Delfinen ihre Nahrungsgrundlage. So ist z.B. der Gemeine Delfin im Mittelmeer – seinen Namen trägt er wegen seiner ehemals großen Verbreitung – inzwischen vom Aussterben bedroht. Hauptursache ist die Überfischung. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind mehr als 50 Prozent aller Fischbestände übernutzt. Bei einem Viertel der kommerziell genutzten Fischarten sind die Bestände bereits zusammengebrochen. Doch statt die Industriefischerei zu reduzieren, werden immer effektivere Fangmethoden entwickelt.
Ist Aquakultur eine Alternative?
Fischfarmen können in manchen Fällen zwar die Wildbestände der jeweils gezüchteten Art entlasten, wenn deren Entnahme aus der Natur reduziert wird. Doch die Ökobilanz ist mehr als fraglich:- Fischfarmen haben einen immensen Bedarf an Mastfutter – und dies wird großteils ausgerechnet aus Fischmehl gemacht. Das heißt, für die Aufzucht vieler Farmfische müssen wild lebende Fische gefangen werden.
- Fischfarmen setzen sehr viel Antibiotika, Hormone und Pestizide ein, um bei den dicht gedrängten Fischen im Netzkäfig der Fischfarm Krankheiten zu vermeiden. Diese Stoffe gelangen teilweise auch ins Meer, reichern sich in der Nahrungskette an und werden auch für Delfine zur Bedrohung.
- Die Ausscheidungen der Farmfische gelangen ebenfalls ins Meer und führen zu einer lokalen Überdüngung.
Aquakultur kann also den natürlichen Lebensraum der Delfine stark beeinträchtigen.
Was können Sie tun?
Überlegen Sie, ob Sie vor diesem Hintergrund weiterhin Meeresfisch essen möchten!
Wir raten, dass Sie aus Rücksicht auf das geplünderte marine Ökosystem Ihren Konsum von Meeresfisch stark einschränken. Bitte verzichten Sie gänzlich auf Tunfisch, Hai, Schwertfisch, Lachs, Steinbutt und Scholle. |
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