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2010-05-07

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bedroht Wale und Delfine

Vor der Küste des Bundesstaates Louisiana, USA, fließt nach Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ – wir berichteten - zur Zeit ungehindert Öl aus zwei Bohrlöchern ins Meer.

Eine Stahlkuppel, 113 Tonnen schwer und 12 Meter hoch, geformt wie eine Pyramide, soll nun im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko helfen: Am Mittwoch, dem 5. Mai,  wurde die Stahlkuppel per Schiff zum Unglücksort vor der Küste Louisianas gebracht, um das sprudelnde Öl, der am 20. April explodierten und gesunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“ einzudämmen. Sie soll in den nächsten Tagen -  2 Wochen nach der Katastrophe -  über das offene Bohrloch in über 1500 Metern Tiefe angebracht werden.

Stahlkuppel soll Leck abdichten

Das aufgefangene Öl soll dann auf ein Bohrschiff weitergeleitet werden. Der Konzern hofft, dass der noch nie in einer solcher Tiefe erprobte Vorgang in den nächsten fünf Tagen bereit ist. Wenn das System sich bewährt, soll auch über das zweite Leck eine Stahlkuppel gestülpt werden, da dem britischen Ölkonzern BP ein kleiner Fortschritt bereits gelang: Das kleinste von drei Lecks konnte geschlossen werden.

Trotz Zusicherung seitens BP, für die kompletten Reinigungsarbeiten aufzukommen, gibt es Zweifel, ob dies auch geschehen wird, da eine gesetzliche Obergrenze für derartige Schadensersatzleistungen von 75 Millionen Dollar besteht. Zwei demokratische US-Senatoren im Kongress fordern deshalb die Obergrenze auf zehn Milliarden Dollar zu erhöhen.

"Exxon Valdez" noch heute spürbar

Wale und Delfine sind durch diese Umweltkatastrophe enorm gefährdet. Noch heute hat das beim Tankerunglück der „Exxon Valdez“ vor Alaska 1989 ausgetretene Öl eine starke Auswirkung auf das marine Ökosystem. Es wird vermutet, dass durch diese Ölpest ein Drittel der Orca-Population gestorben ist.

++ Brief an den US-Senat: Die WDCS und weitere Organisationen fordern, sich gegen Bemühungen um Erweiterungen von Offshore-Bohrungen nach Öl und Gas zu stellen ++

Trotz ersten gestopften Lecks fließen täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Wasser, deshalb liegen alle Hoffnungen nun auf der Stahlkuppel. Mit der Kuppel sollen 80 Prozent des Ölfluss gestoppt werden können, bis eine endgültige Abdichtung gelingt. Die Kuppel verschafft demnach Zeit, ist aber keine Lösung des Problems: Das Öl fließt trotzdem weiter unkontrolliert aus dem Bohrloch. Auch muss zunächst die Anbringung klappen: Es müssen zunächst Ventile gekappt werden und dann kann die Stahlkuppel darüber gelegt werden. Ist dies nicht erfolgreich, tritt das Öl noch stärker als zuvor aus.

WDCS besorgt über Häufung von Öl-Katastrophen

Über die letzten Monate verteilt, gab es verschiedene Vorfälle bezüglich großer Ölkatastrophen rund um den Globus, der jüngste (und möglicherweise der schlimmste von allen) bedroht weiterhin Marines Leben vor der Küste Louisianas im Golf von Mexiko. Die WDCS ist sehr besorgt über die häufigen Ölkatastrophen und ihre Auswirkungen auf die verschiedenen Arten von Walen und Delfinen, die dadurch in großer Gefahr schweben. Die Folgen einer solch großen Ölverschmutzung und den chemischen Mitteln, die für die Reinigung des Öls genutzt werden, sind noch nicht in ihren Wirkungen auf marines Leben komplett erforscht, aber der Einfluss wird noch auf Jahre hinaus zu spüren sein. Zwanzig Jahre nach dem berühmten Ölunglück der Exxon Valdez vor der amerikanischen Nordwestküste hat Öl immer noch eine Wirkung auf die lokalen marinen Säugetiere und es wird vermutet, dass mehr als ein Drittel der lokalen Orca-Population daran gestorben ist.
Die Erforschung und Gewinnung von Öl (und Gas) kann einen großen Einfluss auf den Lebensraum von Walen und Delfinen haben. Die WDCS führt weiterhin Forschungen über die Auswirkungen von Verschmutzung durch. Die Ölkatastrophen der vergangenen 14 Monate zeigen auf, dass Unfälle passieren können und werden und so fordert die WDCS Regierungen dringend auf, umfassende Bestandsaufnahmen über die Verbreitung von Walen und Delfinen auszuführen, um die Gewinnung und den Transport von Öl und Gas in unseren Gewässern umsichtiger zu betreiben.

Organisationen appellieren an das US-Senat

Zusammen mit vielen weiteren Organisationen fordert die WDCS den US-Senat in einem gemeinsamen Brief auf, sich gegen Bemühungen um Erweiterungen von Offshore-Bohrungen nach Öl und Gas vor den Küsten zu stellen.

Hier finden Sie den Brief in englischer und deutscher Sprache.

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