11. Juli 2011
Indigener Walfang weiterhin Spielball der kommerziellen Walfanglobby
Vor genau einem Jahr beschloss die Internationale Walfangkommission (IWC), den Abschuss von neun Buckelwalen pro Walfangsaison in grönländischen Gewässern freizugeben. Der Antrag Dänemarks (für das nicht als EU Mitglied geltende Grönland, als semi-autonomes dänisches Territorium) hatte zwei Jahre hindurch die Position der Europäischen Union total lahm gelegt.
Die Kategorie des „Indigenen Walfangs“ bleibt auch weiterhin der Spielball der kommerziellen Walfanglobby und Pro-Walfang-Regierungen. So steht auch die 63. Jahrestagung der IWC im Zeichen der Vorbereitungen der 64. Tagung im Jahr 2012, bei der es zur Erneuerung aller indigenen Walfangquoten kommt. Dies ist stetig Anlass für die Walfangstaaten, die USA dahingehend zu erpressen, den Inuit in Alaska nur dann eine Walfangquote zuzugestehen, wenn auch eigene Interesse Unterstützung durch die USA erhalten.
Zu diesen Interesse zählt auch die zunehmende Kommerzialisierung des indigenen Walfangs in Grönland. Eine Undercover-Recherche der WDCS im Frühjahr 2010 belegte grobe Mängel der Walfangaktivitäten, extrem lange Tötungszeiten und vor allem die kommerzielle Nutzung von Walprodukten bei der Veräußerung an Touristen, hochpreisige Restaurants, Hotels und verpackt als Produkt in Supermärkten.
>> Ein aktuelles Video der WDCS in Zusammenarbeit mit Bluevoice.org erneuert die Kritik an diesem Umstand.
Aktuelle Diskussion
Bereits am ersten Tag der IWC-Tagung kam es zu einer Diskussion über Islands zunehmende Walfangaktivitäten. Deutschland forderte Daten zu den Tötungszeiten im isländischen Walfang, die Island seit Jahren verweigert, Großbritannien, Monaco und andere kritisierten Island zu unterschiedlichen Punkten. Der aktuelle EIA/WDCS Bericht trug das Seine dazu bei.
In Reaktion auf die Kritik brachte Island erneut den indigenen Walfang der Inuit in Alaska als Vergleich ins Spiel und führte aus, dass dieser viel problematischer als jener Islands sei, man aber natürlich beide für „nachhaltig“ erachte. Darüber hinaus liege die Zukunft ohnehin ausschließlich in einer einzigen Walfangkategorie nämlich „nachhaltiger Walfang“ - egal aus welchen Gründen man Wale töte, so Islands Regierungsvertreter.
Dies bestätigt die Kritik der WDCS und anderer NGOs, dass kommerzielle Walfangländer den Subsistenzwalfang indigener Völker instrumentalisieren, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
Weitere Informationen zum Walfang und der 63. Tagung der IWC >>
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