02. Oktober 2008

Überraschende Delfintransporte in Europa

Erklärungsversuche der Zoos sind nur die halbe Wahrheit

In den vergangenen Tagen wurde drei Tiere (vermutlich junge Männchen) aus Harderwijk nach Münster, ein Männchen von Münster nach Harderwijk und drei Weibchen aus Nürnberg nach Harderwijk transportiert. Der Delfintausch erfolgte nach Presseangaben im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms EEP.

Die WDCS erachtet den Delfintransport als unnötige Belastung für die Tiere, da wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, dass ein solcher Transport mit vielen Risiken verbunden ist.

Warum gehen die beteiligten drei ZOOs aber das Risiko ein?

Grundsätzlich können junge Männchen in einem Delfinarium ab einem bestimmten Alter nicht mehr gemeinsam mit der restlichen Gruppe gehalten werden, da es zu Rangkämpfen kommt. Im offenen Meer gibt es das Problem nicht, da die jungen Männchen die Möglichkeit haben, sich von der Gruppe zu entfernen und so etwaige Rangkämpfe entschärft werden.

In einem Delfinarium erweckt ein junges Männchen gegenüber dem ranghöheren Männchen jedoch den Eindruck, als würde es das ältere Männchen immer wieder herausfordern. Eine Situation, in welcher sich die Aggressionen hochschaukeln und welche besonders starke Aggressivität auslöst. Folglich muss man die jungen Männchen entweder in einem kleinen Becken separieren oder sie grundsätzlich von der restlichen Gruppe trennen.

Das Delfinarium Münster beherbergte in den letzten Jahren die beiden Überschussmänchen aus Nürnberg und hat nun zusätzlich noch drei Tiere aus Harderwijk aufgenommen.

Die Lebensbedingungen in Münster sind für Delfine ohnehin ausgesprochen schlecht.

Die Baumaßnahmen in Nürnberg sind mit einer extremen Lärmbelastung der Tiere verbunden, da der Baulärm direkt über das Erdreich in das Becken geleitet wird. Der Zoo versucht durch den Export der Tiere seine wertvollen Tiere (Weibchen im gebärfähigen Alter) zu schützen. Die WDCS fragt sich nun allerdings, was mit den verbleibenden Tieren geschieht und wie sie vor den negativen Auswirkungen der Baumaßnahmen geschützt werden.

Die WDCS hat bereits interveniert.

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03. September 2010
 
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Jenny
Der WDCS-Blog