26. Juli 2010

Vom Öl bedroht: Unsere Art der Woche – der Zügeldelfin

Der Zügeldelfin verdankt seinen Namen den hellgrauen zügelartigen Zeichnungen an seinen Seiten, die sich deutlich von der dunkleren Umgebung abzeichnen und vom Kopf bis zur Finne verlaufen.
Im Englischen wird er als „Atlantic Spotted Dolphin“ bezeichnet, daher kann man ihn im Deutschen auch „Atlantischen Fleckendelfin“ nennen. Dieser Name stammt von den über den ganzen Körper verteilten Flecken, die mit zunehmendem Alter immer mehr und dichter werden.
Die Zügeldelfine wurden 1828 von dem Franzosen Charles Cuvier entdeckt. Man war sich lange nicht sicher, ob es sich um eine einzige Art handelt, da sich die einzelnen Tiere teilweise stark im Aussehen unterscheiden. So ist es möglich, dass die im Nordatlantik vorkommenden Tiere eine eigene Art bilden.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Sowohl Männchen als auch Weibchen können maximal 2,30 Meter groß werden und wiegen 130 bis 140 Kilogramm. Kälber sind bei der Geburt zwischen 80 und 120 Zentimeter groß.
Es ist möglich, dass man den Zügeldelfin mit dem Großen Tümmler verwechselt, der auch im Gebiet um den Golf von Mexiko vorkommt. Beide können gefleckt sein, unterscheiden sich aber durch die Größe.

Sprinten, Surfen, Springen

Der Zügeldelfin ist dafür bekannt, dass er gern auf Bugwellen reitet, weswegen er Schiffe gezielt anschwimmt, auch wenn sie weit entfernt sind. Er ist ein sehr aktiver und schneller Schwimmer und vollführt oft flache, weite Sprünge.

Das Verbreitungsgebiet des Zügeldelfins erstreckt sich vom Süden Brasiliens über einige Küsten West- und Nordafrikas bis zum Nordwestatlantik. Dort – im Gebiet des Golf von Mexiko und vor den Küsten der USA – wird er am meisten gesichtet und es ist anzunehmen, dass dort die meisten Tiere vorkommen.

Ölkatastrophe gefährdet Wale und Delfine

Der Zügeldelfin ist hauptsächlich durch Beifang und das Verheddern in Fischernetze bedroht. Es ist wenig über seinen Bestand bekannt, aber es wird angenommen, dass mehr Individuen im Westen als im Osten des Verbreitungsgebietes vorkommen.

Eine sehr große Gefahr besteht für diese Individuen im Moment durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 22. April sorgte dafür, dass täglich große Mengen Rohöl ins Meer strömen und insgesamt 19 Walarten und rund 125.000 Delfine gefährdet sind. „Dadurch, dass die Tiere immer wieder an die Oberfläche kommen um zu atmen, nehmen sie kleine Ölpartikel auf, die nicht einfach abgeatmet werden, sondern in der Lunge bleiben“, so der WDCS-Schutzbeauftragte Karsten Brensing. Dies könnte zum Beispiel Lungenkrebs bei den Tieren auslösen.

++ Was die Ölkatastrophe im Golf für Wale und Delfine bedeutet und was die WDCS fordert, erfahren Sie hier.. ++   

Am Freitag, dem 23. Juli 2010, mussten aufgrund eines aufziehenden Tropensturms alle Versuche, das Bohrloch zu verschließen, unterbrochen werden. Inzwischen sind alle Schiffe wieder zurück gekehrt, es besteht aber weiterhin eine große Gefahr für die Tierwelt im Golf von Mexiko. 

Wilde Delfine beobachten – aber richtig!

Der WDCS unterstützt Dolphin SMART – ein Programm, das verantwortungsbewusste Beobachtung von Delfinen im Gebiet um Florida fördert. Es ist aus der Zusammenarbeit der WDCS und verschiedenen Meeres- und Delfinschutzprojekten entstanden und sorgt dafür, dass man wilde Delfine beobachten kann, ohne sie zu stören oder zu belästigen.

++ Hier erfahren Sie mehr über Dolphin SMART ++

Weitere spannende Fakten über Zügeldelfin und 84 weitere Wal- und Delfinarten warten auf Sie im WDCS Online-Artenführer!

Quellen: WDCS, FTD, Spiegel Online



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