14. Juni 2007

Radeln für den Schutz der Wale

Am 31. Mai 2007 ging die Tour rund um Island zum Schutz der Wale zu Ende. Der österreichische Abenteurer Bernhard Bechter war 3 Wochen lang mit Fahrrad und angehängtem Sarg in Island unterwegs. Zusammen mit seinem Team (Dieter Metzler, Chris Kolb und Sabine Huthmacher) umrundete er die Inselrepublik – 1400 km entlang der Hringvegur-Route. Er warb für die friedliche Nutzung der Wale – für Walbeobachtung statt Walfang!

Unterstützt und medial betreut wurde das Projekt von der WDCS und ihrer Partnerorganisation OceanCare (www.oceancare.org).

Island ist bekannt für seine charakteristische Natur (Vulkane, Gletscherspalten, Geysire). Nicht zuletzt der Wind, Schnee und Regen forderten das Team auf jedem Meter. Die Belohung war die Anerkennung der Aktion, die interessanten Gespräche und die Botschaft, die erfolgreich transportiert wurde.

Bina Löffler führte für die WDCS ein Interview mit Bernhard Bechter nach seiner Rückkehr aus Island. Sie finden hier eine Kurzfassung des Gesprächs, das gesamte Interview ist angehängt.

Bina Löffler (BL): Zuerst einmal Gratulation zu eurer sehr erfolgreichen und spannenden Tour durch Island zur Stärkung des Whale Watchings, die vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist! Wie kam es zu der Idee, gerade mit einem Fahrrad und einem SARG im Schlepptau Island zu umrunden?

Bernhard Bechter (BB): Das war eine längere Entwicklungsgeschichte. Der Urgedanke war ja, den Sarg zu Fuß im Schlepp zu transportieren, allerdings sprach der Faktor Zeit dagegen, so wurde das Fahrrad gewählt. Ich setze gerne das Rad mit ungewöhnlichen 'Anhängseln' ein, denn die Gespanne sind wirkliche Hingucker und vor allem steht außer Diskussion, dass es viel Überzeugung und Schweiß bedarf, seine Botschaft zu verbreiten.

BL: Das war ja nicht Deine erste Tour in dieser Form, nicht die erste Aktivität für den Walschutz – rückblickend gesagt, waren alle Aktionen zu unterschiedlich oder gab es Parallelen, ähnliche Situationen oder Hindernisse?

BB: Das würde jetzt zu ausschweifend. Aber zu ähnlichen Situationen fällt mir spontan ein Erlebnis ein, als Dieter nach einer Passüberquerung dringend abgelöst werden musste. Schotterpiste, steile Anstiege. Das Wetter war übel. Eiskalte stürmische Böen, Schneeschauer und Dieter kämpfte sich Meter um Meter den Pass hoch, wollte aber dann noch bis ins Tal abfahren. Sozusagen noch den Lohn für die Anstrengung einfordern. Allerdings war der Wind so heftig, dass er im Serpentinenteil der Bergstrasse auf den Strecken gegen den Wind sogar abwärts kräftig in die Pedale treten musste. Auf dem letzten Teilstück vor dem Tal-Boden war dann Schluss. Steife Finger und ausgekühlter Körper. Sabine sollte eigentlich die Ablöse antreten. Aber mir war es zu gefährlich, Sabine bei den Bedingungen den Sarg nach unten zu fahren und ich schickte das Team vor bis zum Tal-Boden. Nach kurzer Fahrt erfasste mich eine Windböe und fegte mich von der Strasse. Was folgte waren einige Meter Flug über die steile Böschung. Zum Glück ist bis auf eine Rippe und Beschädigungen am Rad alles gut verlaufen. Aber beim Bergen vom Sarg und Rad kam mir diese Stelle irgendwie bekannt vor und dann kam die Erinnerung. An derselben Stelle +/- 200 Meter wurde ich schon 1998 von der Strasse gefegt, als ich via Island und Grönland auf dem Weg zur IWC nach Grenada war. Damals mit Liegerad und voll beladenem Kajak auf dem Hänger, was ein immerhin über 100 Kilo schweres Gefährt war, lag ich im selben Graben. Und als ich mich an diesen Sturz erinnerte, musste ich grinsen und dachte 'welcome back in windy Iceland!'.

BL: Welchen Eindruck, meinst Du, habt ihr bei den Isländern hinterlassen?

BB: Einen Eindruck, den wir bei vielen Isländern hinterlassen haben, war, dass sie recht verwundert waren, dass wir als Walschützer Partei für die Isländer ergreifen und nicht zum Protest, sondern zur Stärkung vom Whale Watching aufgerufen haben.

BL: Es gab 10.000 Protest-Postkarten, und die gingen weg wie warme Semmeln. Es wurde mittlerweile auf eurer Aktionsseite www.whalewatchingfuture.info auf einen E-Protest-Letter umgestellt. Bernhard, warum engagierst du dich so sehr?

BB: Ich wollte eigentlich nur einmal mehr als eine Unterschrift auf eine Liste zu setzen und 1995 eine einmalige Aktion machen. Das war die winterliche Kajakfahrt vom Bodensee nach Oslo. Aus diesem einen Mal wurden gleich mehrere Jahre und solange ich die Kraft habe, weiterzumachen, werde ich wohl nicht aufhören!

BL: Sehen wir Dich noch öfters für die Wale paddeln, laufen oder radeln?

BB: Will ich doch schwer hoffen! Aber momentan bin ich noch voll mit Arbeit von dieser Aktion eingedeckt. Zurückgekehrt sein, heißt noch nicht, dass es schon fertig ist. Alleine die Doku wird noch etliche Wochen Arbeit verschlingen.

BL: Vielen Dank für das Interview, Bernhard, und auf weitere spannende Projekte!

FacebookFlattr this
 
Impressum Kontakt Spendenkonto FAQ Partner & Links WDC International
22. Mai 2013
Suche
Shop
News
Infoservice
Pressebereich
 
Walpatenschaft
Online spenden oder mit einer SMS
Walhelfer werben Walhelfer
Der WDCS-Blog
Walisch lernen