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08. Mai 2009

Sorge über den Status des Indopazifischen Großen Tümmlers

Beim 24. Treffen des Tierausschusses des Washingtoner Arteinschutzübereinkommens (CITES), das in der Woche vom 20. bis 24.04.2009 in Genf tagte, war die WDCS mit CITES-Expertin Sue Fisher vor Ort vertreten. Eine der Diskussionen drehte sich um den Status des Indopazifischen Großen Tümmlers (Tursiops aduncus).

Seit den Fängen im Jahr 2003 (mehr als 100 Delfine wurden gefangen) stellen die WDCS und andere Umweltschutzorganisationen die Rechtmäßigkeit des Handels mit den Meeressäugern in Frage. Die Delfine wurden seither an Delfinarien in Mexico, Dubai und den Philippinen verkauft. Dort werden die Tiere in Schwimmprogrammen und zur Belustigung der Zuschauer eingesetzt.

Diese Wildfänge fanden trotz eines erheblichen Informationsmangels über den Zustand der Population statt. CITES verlangt jedoch vom Exportland, dass der Handel mit einer Tierart nicht deren Populationsstatus gefährdet. Diese Nichtgefährdung der Population muss belegt sein, bevor eine Exporterlaubnis für eine Tierart, die in Anhang II von CITES gelistet ist, erteilt wird.

Aufgrund der fehlenden Informationen über die Population ist die Rechtsgültigkeit des Beleges einer Nichtgefährdung der Population mehr als fragwürdig. CITES lehnte eine Erörterung dieser Bedenken beim jährlichen Treffen im Jahr 2008 jedoch ab und verwies auf die erwarteten Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Weltnaturschutzorganisation IUCN, die im August 2008 den Bestand der Indopazifischen Großen Tümmler erörterte. Diese Arbeitsgruppe kam zu dem Ergebnis, dass die Populationsgröße der Delfine im betroffenen Gebiet höchstwahrscheinlich weit unter der Mindestanforderung liegt, um die jährliche Exportquote der Salomonen, die bei 100 Tieren liegt, zu legitimieren.

Die WDCS fordert ein totales Fangverbot und einen umgehenden Exportstopp. Obwohl die Arbeitsgruppe des Tierausschusses eine Herabsetzung der jährlichen Fangquote auf maximal 10 Tiere nahelegte, entschied der Tierausschuss schlussendlich nur den Handel mit Tieren dieser Art einer Prüfung zu unterziehen. „Absolut nicht ausreichend“, so das Urteil der WDCS.

Sue Fisher sagt: “Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen, die der Handel auf das Überleben der Population haben könnte. Es gibt umfangreiche Belege für die Dringlichkeit eines sofortigen Handelsstopps. Wenn die Fänge unvermindert in der jetzigen Form weitergehen, erleben diese Delfine den Ausgang des Arbeitsprozesses möglicherweise nicht. Die CITES Staaten sind gefordert, Entscheidungen zum Schutz von Wildtieren rasch zu treffen, um negative Entwicklungen zu verhindern“.