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31. August 2009

TV – Tipp: Hannes Jaenicke im Einsatz für Eisbären

Hannes Jaenicke im Einsatz für Eisbären
Sendetermin: 08.09.2009 um 20.15h im ZDF

Nach dem erfolgreichen Start der TV Dokumentation „Hannes Jaenicke im Einsatz für Orang Utans“ setzt das ZDF die Serie fort, in der es um vom Aussterben bedrohte Tierarten und Umweltzerstörung geht. Der engagierte Schauspieler Hannes Jaenicke versucht bei dieser hochaktuellen Umweltkrimireihe die weltweiten Vernetzungen und Ursachen aufzuzeigen, die zum Aussterben von großartigen Tierarten führen. In der kommenden Dokumentation verfolgt Hannes Jaenicke das Schicksal der Eisbären.

Während Zoo-Eisbärenbabys wie Knut die Welt entzücken, läuft für die weißen Riesen in der Arktis ein tödlicher Countdown: Nur noch knapp 25.000 Exemplare gibt es auf unserem Planeten – Tendenz fallend. Die Hoffnung für die Eisbären sinkt mit steigenden Temperaturen. Der Klimawandel heizt den Tieren die Lebensgrundlage unter den Pfoten weg. Jahr für Jahr verschwinden die Eismassen der Arktis schneller und endgültiger. Und damit die Jagdreviere und Kinderstuben der Eisbären.

Doch nicht nur der Klimawandel macht den Tieren zu schaffen: noch immer werden  Eisbären gejagt, ihr Lebensraum wird verschmutzt, von Menschen besetzt und ausgebeutet. Als letztes Glied in der arktischen Nahrungskette bedrohen zudem auch Umweltgifte die Existenz der Eisbären.

Für seinen Einsatz reist Hannes Jaenicke zunächst in die kälteste und menschenfeindlichste Region dieser Erde – in die kanadische Arktis, nach Churchill - die selbsternannte "Eisbärenhauptstadt der Welt". Nirgendwo sonst wird das Aufeinanderprallen Mensch und Eisbär so deutlich wie hier: Jahrelang plünderten die vom jagdfreien Sommer ausgehungerten Eisbären den Ort – jetzt machen die Einwohner von Churchill das große Touristengeschäft mit „Polar Bear Sightseeing“. So werden einerseits die Eisbären für die Touristenkameras angelockt, auf der anderen Seite gibt es das staatlich finanzierte „Polar Bear Alert Programm“, das die Eisbären aus der Stadt vertreiben soll.

Es sind bizarre Situationen, die Hannes Jaenicke hier erlebt: "Problembären", die der Stadt zu nahe kommen, werden eingefangen und in das Eisbärengefängnis von Churchill gesteckt – eine weltweit einmalige Einrichtung. Nach ihrem Knastaufenthalt werden die Bären dann betäubt, in Netze gewickelt und per Helikopter ein paar Kilometer außerhalb der Stadt wieder ausgesetzt – bis zum nächsten Mal. Eine teure und fragwürdige Show für zahlungskräftige Touristen, die nach Churchill kommen, um die letzten Vertreter einer aussterbenden Art zu bewundern – bevor es zu spät ist.

Zusammen mit dem deutschen Eisbärenexperten und Arktisspezialisten Matthias Breiter untersucht Jaenicke vor Ort Bedrohungen und Ursachen für das Sterben von Knuts Restverwandschaft. Bei seinen fast hautnahen Begegnungen mit wilden Eisbären verfolgt Jaenicke immer auch ein klares Ziel: Zusammenhänge aufdecken, Schuldige ausfindig machen, retten, was zu retten ist. Und vor allem die Schönheit, Einmaligkeit und Erhabenheit des „Königs der Arktis“ der Welt ein Stückchen näher zu bringen, ein anderes Bild von der Situation zu schaffen, als wir es bisher kennen...

Weltweit vegetieren Hunderte Eisbären in Zoos oder Zirkussen oft jenseits der 30°C.  Allein in deutschen Zoos leben ca. 40 Eisbären in ihren Gehegen. Fast alle zeigen Verhaltensstörungen - so auch „Cute Knut“, der wohl prominenteste Eisbär der Welt. Bei einem Besuch im Berliner Zoo erlebt Jaenicke Knut als winkenden Hofnarr, der wenig mit dem majestätisches Raubtier aus der Arktis zu tun hat. Und je mehr Jaenicke sich mit dem Schicksal der Eisbären auseinandersetzt, um so absurder werden die Fakten, die er erfährt...

So wird trotz der alarmierenden Bedrohung immer noch Jagd auf den Eisbär gemacht – nicht aus Notwendigkeit, sondern aus purer Lust am Töten. In Kanada zum Beispiel dürfen die Bären ganz offiziell abgeknallt werden. Das Geschäft mit dem Eisbär lockt - auch deutsche Veranstalter. Für 30.000 Euro kann man bei uns ganz legal eine Eisbärenjagd buchen. In Dortmund, aus der größten Jagdmesse Europas, stellt Jaenicke die deutschen Jagdveranstalter und Jäger  zu Rede...

Ein weiterer tödlicher Stolperstein für den Eisbären ist der Trophäenhandel: auch der ist in Deutschland ein legales und gewinnbringendes Geschäft. Eisbärentrophäen sind offiziell als "Haushaltsgegenstände" deklariert! Unser Knut, formal also nichts weiter als ein Teppich? Unser Klimamaskottchen als Bettvorleger? 

Am Ende sind wir alle gefragt. Jeder einzelne von uns kann etwas zur Rettung des Eisbären tun. Denn der Klimawandel ist eine globale Angelegenheit, die nicht nur den Eisbären, sondern uns alle massiv bedroht.

„Hannes Jaenicke im Einsatz für Eisbären“ ist ein ebenso hochaktueller wie brisanter Film. Ein Film, der an uns alle gerichtet ist, die wir täglich eine Umwelt aufs Spiel setzen, die zu wertvoll und zu schön ist, um sie zu verlieren. Vielleicht werden wir das begreifen. Vielleicht auch, bevor es zu spät ist.

„Hannes Jaenicke im Einsatz für Eisbären“.
Am Dienstag, den 08.09.2009 um 20.15h im ZDF