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26. April 2010

Da fehlt doch was? Unsere Art der Woche: Der Glattdelfin

Zur Gattung der Glattdelfine (Lissodelphis) gehören zwei Arten, der Nördliche Glattdelfin (Lissodelphis borealis) und der Südliche Glattdelfin (Lissodelphis peronii). Die beiden Arten kommen auf jeweils einer Hemisphäre in ähnlichen Breitengraden vor. Sie erhielten ihren Namen, weil sie - wie die Glattwale - keine Rückenflosse haben. Die Glattdelfine sind bisher weitgehend unerforscht: Über kaum eine Delfinart wissen wir so wenig wie über den Südlichen Glattdelfin, was zum Teil an seinem Lebensraum liegt, der die tiefen, küstenfernen Regionen in den subantarktischen Gewässern umfasst. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 40 km/h gehören die Glattdelfine zu den schnellsten Schwimmern unter den Waltieren, wobei sie Sprünge von bis zu sieben Metern Höhe vollführen können.

Größere Delfine im Süden

Die Männchen der Nördlichen Glattdelfine sind ausgewachsen etwa 2,20 Meter lang, die Weibchen etwa 2,0 Meter. Die Südlichen Glattwale sind mit maximal 2,50 Meter etwas größer und mit etwa 100 Kilogramm Gewicht verglichen mit den 90 Kilogramm ihrer Verwandten auch etwas schwerer. Bei der Geburt sind die Tiere etwa halb so lang wie die Erwachsenen, Glattdelfine leben etwa 40 Jahre.

Delfin oder springender Seelöwe?

Die Glattdelfine haben einen schlanken Körper und einen kurzen, schmalen Schnabel, der durch eine deutliche Furche von der flachen Stirn abgesetzt ist. Die Körperfarbe der Nördlichen Glattdelfine ist überwiegend schwarz, bauchseitig läuft aber vom Kopf bis zur Schwanzwurzel ein weißer Streifen. Die Färbung der Südlichen Glattdelfine unterscheidet sich von der der Nördlichen Glattdelfine: Ihr Schnabel und die untere Stirn sind weiß, ebenso wie der Bauch und die Flanken. Von knapp vor dem Blasloch bis zur Fluke ist der Rücken schwarz. Auch ist der Körperbau des Südlichen Glattdelfins etwas schlanker als der seines nördlichen Verwandten. Das Fehlen der Rückenflosse macht Glattdelfine leicht erkennbar, aber aus größerer Distanz könnte man sie mit springenden Seelöwen verwechseln.

Energiegeladene Schwimmer und eifrige Bugwellenreiter

Glattdelfine sind sehr gesellige Tiere. Gruppen des Südlichen Glattdelfins umfassen meist weniger als 100 Tiere, es sind aber schon Herden mit mehr als 1000 Tieren gesehen worden. Sie sind energiegeladene Schwimmer und wenn sie in hohem Tempo springschwimmen, erinnern sie an eine Gruppe Pinguine.

Sie vergesellschaften sich gerne mit Schwarz-  und Stundenglas- Delfinen sowie Grindwalen. Die Gruppen des Nördlichen Glattdelfins umfassen 100 bis 200 Tiere, es sind aber schon bis zu 3000 Tiere in einer Gruppe gesehen worden. Sie schwimmen auch gerne zusammen mit Pazifischen Weißstreifendelfinen, Rundkopfdelfinen und vielen weiteren Arten. Wenn sie langsam schwimmen, kräuseln sie die Wasseroberfläche kaum. Nördliche Glattdelfine sind sehr akrobatisch, zeigen weite, flache Sprünge in hoher Geschwindigkeit und sind auch als eifrige Bugwellenreiter bekannt.

Weitere interessante Informationen zu den beiden Glattdelfin-Arten gibt es in unserem Species-Guide.