2010-04-06
Australische Küste: Drei Ölkatastrophen in 13 Monaten In den letzten dreizehn Monaten ereigneten sich drei schwerwiegende Ölkatastrophen in australischen Gewässern:
Am 11. März 2009 verlor der „Pacific Adventurer“ 100.000 Liter Schweröl in den Gewässern um Brisbane. Dies hatte zur Folge, dass ein 60 km langer Küstenstreifen rund um dieses Gebiet verschmutzt wurde.
Noch schlimmer war die Katastrophe der „West Atlas“-Anlage an der Küste vor Kimberley an der nordaustralischen Küste. Die Bohrinsel begann am 21. August 2009 Öl zu verlieren und die Ölpest konnte erst 10 Wochen später am 1. November gestoppt werden. Dabei traten über eine undichte Quelle hunderte bis tausende Liter Öl in die Timorsee aus.
++ Wir berichteten: „Ölteppich vor Australien bedroht Tiere“ und „Update Ölpest: Gutachten bestätigt Sorge um Wale und Delfine“ ++
Durch die gegenwärtige Ölkatastrophe am Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens gelangten bis dato bereits drei bis vier Tonnen Schweröl ins Meer: Am Samstag-Abend, dem 3. April 2010, fuhr das chinesische Frachtschiff „Shen Neng 1“ in der Höhe von Rockhampton auf das Riff auf. Man befürchtet, dass die noch übrigen, an Bord gelagerten tausende Liter Öl, das Gebiet weiter verschmutzen könnten.
++ Aktuelle Informationen zur Situation am Great Barrier Riff finden Sie hier ++
Erst einige Tage zuvor berichtete die überregionale Zeitung „The Australian“ in einem umfangreichen Artikel über mögliche Ölreserven in den tiefen Gewässern vor der Küste Australiens.
Die Auswirkung dieses ganzen Öls (und der versprühten Chemikalien, die das Öl zersetzen sollen) auf die Meereswelt müssen noch komplett geprüft werden. Dies wird sich aber auf Jahre hinausziehen. Zwanzig Jahre nach der berühmten „Exxon Valdez“ Öl-Katastrophe an der Nordwestküste Amerikas hat das ausgelaufene Öl immer noch eine große Wirkung auf die lokale Ökologie, einschließlich der Meeressäugetiere. Es wird angenommen, dass mehr als ein Drittel der lokalen Orca-Population an dieser Ölkatastrophe gestorben ist.
Die WDCS ist außerordentlich besorgt über diese zahlreichen Ölkatastrophen und ihre Auswirkungen auf die australischen Wale und Delfine. Es ist sehr wichtig, dass die australische Regierung umfangreiche Gutachten über die Verbreitung der Meeressäuger erstellt, um die Gewinnung und den Transport von Öl in ihren Gewässern besser handhaben zu können.
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