2010-06-21
Tierquälerei zur Unterhaltung von Touristen in der Türkei
Die WDCS ist seit Jahren darüber besorgt, dass durch die so genannte Delfintherapie und das Angebot, mit Delfinen zu schwimmen, Delfinarien wieder “salonfähig“ gemacht werden. Jüngstes Beispiel der gnadenlosen Profitmaximierung besonders in Urlaubsländern ist ein Schwimmbecken in einem Ferienort in der Türkei. Hier werden seit kurzem zwei Delfine in einem Pool von 11X22m gehalten. Das rechteckige Betonbecken ist am Ende nur einen Meter tief sodass sich der Schwimmbereich auf 11X17m beschränkt. Der russische Besitzer Alexander Kusnetsow rechtfertigt die tierquälerische Haltung: „Hisaronu braucht so etwas. Ansonsten haben die Touristen hier nur Bars und Restaurants.“
„Hisaronu braucht so etwas. Ansonsten haben die Touristen hier nur Bars und Restaurants.“
„Aus über hundert Jahren Erfahrung in der Delfinhaltung wissen wir, dass solche Haltungsbedingungen nur als Tierquälerei bezeichnet werden können und über kurz oder lang zum Tod der Tiere führen werden“, warnt der WDCS Meeresbiologe Dr. Karsten Brensing und führt weiter aus: „Leider ist diese Tierquälerei kein Einzelfall. In vielen Delfinarien der Türkei werden Belugas gehalten. Tiere, die an die Polarregion angepasst sind und selbst in unseren Breiten nur in klimatisierten Becken gehalten werden. In der Türkei leben dies Tiere in Gehegen mit sommerlichen Temperaturen von teilweise bis 30° Celsius.“
Belugas müssen bei 30° Grad ausharren
Neben den völlig unzureichenden Haltungsbedingen kommt hinzu, dass es sich bei vermutlich allen Tieren in der Türkei um Wildfänge handelt. Diese kommen aus Russland, aus den brutalen Treibjagten aus Japan (Driven by Demand) und aus dem Mittelmeer, wo die Tiere unter strengem Schutz stehen.
WDCS fordert Einfuhrverbot
Die WDCS fordert daher schon seit geraumer Zeit ein Verbot der Einfuhr von Wildfängen von den türkischen Behörden. Bitte unterstützen Sie unsere Bemühungen und schreiben sie an den Bürgermeister der Gemeinde Oludeniz, Mr. Keramettin Yılmaz (E-mail: baskan@oludeniz.bel.tr) und an den türkischen Minister für Kultur und Tourismus, Mr. Ertu_rul Günay (E-mail: kultur@kultur.gov.tr) und unterstützen Sie unsere Forderung.
Ursache für diese negative Entwicklung ist die Nachfrage! Darum: Bitte besuchen Sie keine Delfinarien und erzählen Sie Ihren Bekannten und Freunden von den Tieren, die in freier Wildbahn mehrere Hundert Kilometer am Tag schwimmen und über 400m tief tauchen können. Aber erzählen Sie auch von den Tieren in Delfinarien, die monoton ihre Runden ziehen und sich nur zwei oder drei Meter absinken lassen können.
Weitere Informationen zum Thema:
++ Wissenschaftliche Informationen zu den Wildfängen in der Türkei ++
++ Umfangreiche Informationssammlung zum Thema Delfintherapie: „Delfintherapie: eine Faktensammlung“ ++
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