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Auswirkungen von Lärm auf Waltiere
Lärm – ein unterschätztes Problem für Wale und Delfine
Durch Menschen verursachter Krach erzeugt in der marinen Umwelt einen hohen Hintergrundlärmpegel .Die Lärmverschmutzung stammt aus verschiedenen Quellen. Die möglichen Auswirkungen des Unterwasserlärms auf Wale und Delfine reichen von der direkten Verletzung der Tiere – vor allem in der unmittelbaren Nähe der Lärmquelle – bis hin zu Verhaltensänderungen, zunehmendem Stress und der Vertreibung aus wichtigen Lebensräumen.
Körperliche Beeinträchtigungen
- Schädigung der Gehörorgane ist die wahrscheinlichste Folge extremer Lärmbelastung.
- Veränderungen der Hörschwelle schränken das Wahrnehmungsvermögen der Tiere ein und können je nach Intensität und Dauer der Beschallung vorübergehend oder dauerhaft sein.
- Es gibt deutliche wissenschaftliche Hinweise darauf, dass es bei der Flucht vor dem Lärm zu verändertem Tauchverhalten mit teilweise tödlichen Symptomen der Taucherkrankheit kommt.
 
Massenstrandungen in Zusammenhang mit Marineaktivitäten und Seismik
Störung ihrer Umgebungswahrnehmung und Kommunikation
- Störung der Kommunikation zwischen Artgenossen tritt ein, wenn Lärm die akustischen Signale von Walen und Delfinen überdeckt bzw. "maskiert".
- Überlagerung biologisch wichtiger Geräusche - beispielsweise beim Annähern von Räubern oder Beutetieren - entzieht dem Wal oder Delfin lebenswichtige Informationen.
- Beeinträchtigung der akustischen Wahrnehmung der Umwelt behindert unter anderem die Nahrungssuche, die Orientierung und die Navigation.
- Veränderung der Lautproduktion (die Signale werden lauter oder in einem anderen Frequenzband erzeugt) könnte auf Dauer Stress oder eine Schädigung der Signal erzeugenden Organe bedeuten.
Wie sich Wale und Delfine mittels Geräuschen orientieren, lesen Sie hier...
Verändertes Verhalten
- Verhaltensänderungen zeigen sich zum Beispiel in Form von Flucht, Änderungen der Atemrate und Tauchzeit oder Unterbrechung von Nahrungsaufnahme und Kommunikation. Muttertiere und Kälber können bei Panikverhalten getrennt werden.
- Verlust von Lebensraum und Störung von Wanderrouten sind Folge von Flucht- oder Meidungsverhalten. Besonders gefährlich ist dies, wenn es sich dabei um wichtige Nahrungs-, Fortpflanzungs- oder Aufzuchtsgebiete handelt.
Chronische Schäden und Stress
- Stress kann auch bei Tieren zu physischen oder psychischen Schäden führen. Die Tiere geraten zum Beispiel in Stress, wenn sie aufgrund der Lärmbelastung bestimmte Gebiete meiden müssen oder sich nicht richtig verständigen können. Das könnte sich z.B. so anhören.
- Verringerte Überlebenschancen einzelner Tiere können auch Folge von Stress sein, wenn dadurch Leiden wie Arteriosklerose und Probleme im Magen und Verdauungstrakt entstehen.
- Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten eines durch Lärm geschwächten Tieres.
- Kumulative Effekte ergeben sich aus dem Zusammenspiel mehrerer belastender Faktoren z.B. aus chemischer Verschmutzung der Meere in Verbindung mit Lärm, die insgesamt den Lebensraum noch mehr belasten.
- Vermeidungsverhalten findet beispielsweise statt, wenn ein Tier eine Lärmquelle meidet, deren Schallwellen ihm in der Vergangenheit Schmerzen zugefügt haben.
- Gewöhnungseffekte verhindern, dass das Tier auf schützende Distanz zur Lärmquelle geht.
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