Über uns Der Film Lärm im Meer Abtauchen
 
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Wer macht Krach?

Wale und Delfine leben in einer akustischen Welt

Das Gehör ist für Wale und Delfine das wichtigste Sinnesorgan. Die Fähigkeit, zu hören, ist für alle Schlüsselfunktionen ihres Lebens, wie z. B. die Nahrungssuche, die Orientierung und das Sozialverhalten, unersetzlich. Jegliche Verminderung des Hörvermögens, sei es durch physischen Schaden oder durch die Überlagerung mit anderen Geräuschen, kann die Lebensfähigkeit einzelner Individuen und damit ganzer Populationen stark beeinträchtigen. Durch Menschen verursachter Lärm trägt in der marinen Umwelt bereits zu einem hohen Hintergrundlärmpegel bei.

Und so kommt der Lärm ins Meer:

Seismische Untersuchungen

Bei seismischen Untersuchungen des Meeresbodens werden Schallwellen eingesetzt, die über mögliche Erdgas- und Erdölvorkommen Auskunft geben. Diese Erkundungen werden mit so genannten „Airguns“ durchgeführt, mit denen 10 bis 30 zeitlich aufeinander abgestimmte Explosionen erzeugt werden. Diese beeinträchtigen aufgrund ihrer enormen Stärke einerseits direkt den Organismus der Tiere und vertreiben sie andererseits zumindest vorübergehend aus dem Gebiet. Um die Gefahr seismischer Bohrungen geht es auch im ZDF-Zweiteiler „Geheimnis der Wale“.

Goldgräberstimmung in der Arktis

Unter dem Eis der Arktis werden ca. 25% der noch nicht erschlossenen fossilen Brennstoffe unseres Planeten und eine ganze Reihe weiterer Bodenschätze vermutet. Diese Rohstoffe könnten schon in wenigen Jahren in menschlicher Reichweite liegen und sind schon heute der Grund für
Goldgräberstimmung bei den Anrainerstaaten. Auch Deutschland versucht, sich durch Know-how-Beteiligung ein Stück von dem Kuchen abzuschneiden und möchte die Arktispolitik mitbestimmen. Leider scheinen eher wirtschaftliche Interessen die Aktivitäten voran zu treiben. Diese Position scheint im klaren Widerspruch zu der offiziellen Klimapolitik zu stehen, denn die Verbrennung der dort lagernden Brennstoffe wird und muss zwangsläufig zu einer weiteren CO2 Emission und damit zu einer Verschlechterung des Klimas führen.
Es steht außer Zweifel, dass der Klimawandel extreme negative Auswirkungen auf die lokalen Walarten haben wird. Auch wenn die Arten im Verlauf ihrer Evolution bereits eine Arktis ohne Eis überlebt haben, so ist einerseits sowohl die unglaubliche Schnelligkeit des Prozesses Besorgnis erregend als auch die Tatsache, dass die Veränderung gleichzeitig mit einer Industrialisierung einhergeht. Hier erfahren Sie mehr über die Arktis.

Soundbeispiel Seismik (hoher Frequenzbereich) mit Delfinen
Soundbeispiel Seismik (niederer Frequenzbereich) mit Walgesang

Industrie

Sandabbau, Drillbohrungen nach Öl und Gas und die damit in Verbindung stehenden Schiffe und Flugzeuge, Konstruktionsarbeiten und Baggerungen machen eine Menge Krach. In absehbarer Zeit wird mit dem Bau des ersten deutschen Windparks begonnen werden. Besonders beim Bau, aber auch beim Betrieb der Anlage kommt es zu beachtlichen Geräuschentwicklungen. Heute kann noch nicht vorhergesagt werden, welche Auswirkungen die Errichtung und der Betrieb Hunderter Windräder auf den marinen Lebensraum haben werden.

Schiffsverkehr

Die moderne Schifffahrt bedient sich - um ökonomisch zu sein - sowohl schnellerer als auch größerer Schiffe. Leider werden diese auch immer lauter. Öltanker und andere Frachtschiffe machen den Großteil des durch Schiffe verursachten Lärms im Meer aus. Regional spielen auch kleinere Boote, Ausflugsschiffe und Privatboote eine große Rolle. Ihre ständig wachsende Zahl stellt eine enorme Lärmbelastung vor allem in küstennahen Gewässern dar und kann dort z. B. zu Verlust von Lebensraum führen.
Beispielsweise liegt der Kommunikationsbereich des Grönlandwals vollständig in dem Bereich, in dem Schiffe am lautesten sind, und es ist gut möglich, dass sich die Tiere nicht wieder finden, da ihre eigenen Signale durch die Geräusche der Schiffe überlagert werden und nicht mehr so weit reichen wie früher.

Soundbeispiel Schiffsverkehr

Militär

Hierzu gehören zum Beispiel Aktivitäten wie Manöver, Tiefflüge und Explosionen. Besonders die Entwicklung und der Einsatz von aktiven Sonarsystemen mit deren Hilfe andere Schiffe, Minen und U-Boote in großer Entfernung geortet werden sollen, stellen eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Es ist unbestritten, dass einige Massenstrandungen von Walen und Delfinen in direktem Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten stehen.

Soundbeispiel Sonar (mittlerer Frequenzbereich)
Soundbeispiel Sonar (niederer Frequenzbereich)

Akustische Scheuchvorrichtungen

Um Wale und Delfine vor Gefahren zu "warnen", werden im Meer immer öfter Töne aktiv ausgesandt. Akustische Scheuchvorrichtungen (Pinger) an Netzen sollen v. a. Kleinwale vor dem Verfangen und Ertrinken in den Fangvorrichtungen bewahren. Die WDCS und der IFAW vertreten die Meinung, dass Pinger durchaus dazu beitragen können, den Beifang einiger Wal- und Delfinarten zu verringern. Vielfach sind sie allerdings dazu ungeeignet. Den Einsatz von Pingern als alleinige Lösung des Beifangproblems zu sehen, wäre fatal und falsch. Auch bestehen Bedenken über mögliche langfristige negative Auswirkungen auf Waltiere, da es sich bei Pingern um eine Lärmquelle handelt, deren verbreiteter Einsatz noch ungeahnte Folgen haben könnte.

Soundbeispiel Pinger

Lesen Sie weiter, warum Unterwasserlärm für Wale und Delfine gefährlich ist...

 
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